Als beim Ehren von Miroslaw Luniewski, Polen, wegen Gold in der M60 über 20km in 1:53:52h und 100 Punkten !, auf dem Siegerpodest zuerst die Tränen in die Augen schossen und bei der Nationalhymne dann flossen, gab es auch bei mir kein Halten mehr. Was hat er schon alles erlebt, wir gemeinsam…? Wie viele Jahre kennen wir uns? Ein herausragender Athlet unserer Zeit. Ein EINZELGOLD über 20km Gehen für sein Land. Für ihn das Größte! Eingerahmt in beiden Wettbewerben von zwei starken Deutschen. Über 5000m übernahm er nach 4 Runden von Georg Hauger die Führung und bestimmte das Tempo. Miro ist kein „Sprinter“, das wußte unser Helmut Prieler und distanzierte ihn im Endspurt klar, 26:38 zu 26:46. Dann kamen die 20km, Miro´s Tag, der ihm Gold brachte.
Auf dem ersten Bild, noch im Kampf um Gold auf der Bahn, ist Miroslaw noch vorn, im Spurt gewinnt Helmut Prieler, Niederaichbach. Dann folgte der große Moment noch größerer Emotionen bei der Siegerehrung über die 20km:
Bewegende Momente mit Helmut Prieler, Miroslaw Luniewski und Georg Hauger auf dem Podest.
Zuerst wird es noch befürchtet…, später aber doch herbeigesehnt….! Ein internationaler Start bei den Senioren! In Aarhus war es für einige Athleten wieder so weit, sich ein Nationaltrikot zu kaufen, Reise zu buchen, das Flair genießen, Gleichgesinnte vieler Nationen treffen…
In Aarhus erlebte Kathrin Schulze aus Jüterbog nun ihr internationales Seniorendebüt erfolgreich mit zwei Silber-Medaillen. Warum sie nicht für Deutschland startet und Österreich vorzieht, das ist eine andere Geschichte, liegt ca. 15 Jahre zurück! Inzwischen lebt die für den ASV Erfurt startende Athletin, auch mit österreichischen Paß ausgerüstet, in der Schweiz. Das führte schon bei der Anmeldung für die Wettkämpfe zu Problemen, die sich bis hin auf die Startnummer zogen… – siehe Bild!
Wegen der erzielten Zeit („nur“ 26:16min. für 5000m) schaut der Trainer etwas nachdenklich, aber der historische Wert des Bildes liegt darin, im österreichischen Trikot mit Schweizer „Personal Number“ anzutreten, eine Athletin aus Deutschland, die ganz in Familie anreiste.
Bei der Regenschlacht am 3. August war der Trainer dann fast voll zufrieden, dank starker Leistung über 10km. Und mit 52:44min. schaffte Kathrin fast das Tempo der 5000m auf doppelter Distanz. Ganz zu schweigen von ihrer excellenten, voll ausgereizten Technik, die sie auf dem schwierigen Kurs anbieten konnte. Respekt…, 100% diesen Splitter wert.
Der große deutsche „Aufsteiger des Jahres“ ist 2017 hier bei uns Georg Hauger, TV Bühlertal. Schon immer zuverlässig in/für die Teams agierend, hat er sich in Aarhus auch die ersten Einzelmedaillen gesichert! Ganz stark, gleich doppelt. Über 5000m führte er lange das Feld sogar mit hohem Tempo an. Wunderte sich. Nur von den Stärksten der M60 bezwungen, sicherte er sich neben Bronze über 5000m auch über 20km in starken 1:59:07h, persönliche Bestzeit, den dritten Platz und Gold im Team. Und! Der „Junge“ ist gut vernetzt! Schon am nächsten Tag stand alles für alle in der örtlichen und regionalen Presse des regen Badeners! Weiter so und großen Respekt! Hier die Zeitungsausschnitte:

War das ein Wettbewerb! Viele Athleten standen ja schon am Morgen an der Strecke, denn um 9.30 Uhr starteten bereits die Frauen. Da war trotz Wettkampf – um 13 Uhr – für die Männer am Morgen Hilfe und Unterstützung für die Frauen bei ihrem 10km – Wettbewerb angsagt. Und was sich da bei den Frauen schon andeutete, gute bis zum Teil herausragende Ergebnisse trotz ständigen Regengüssen und schwerer Strecke mit diesem „richtigen“ Auf & Ab, schlug das dann bei den Männern in voller Breite durch. Die Gesamtliste der 20km spricht Bände und für
sich. Und da bedarf es keiner weiteren Erklärung, auch wenn hier nur Platz 1-55 aufgelistet sind. Denn dahinter ging es munter und mit starken Leistungen weiter! Als Beispiel seien nur die hier fehlenden Sieger der AK 75, Christoph Höhne, Deutschland, 2:16:55h, 96. Platz, der Sieger der M80 !!, Romola Pelliccia, Italien, 2:10:30h, 77.Platz und Ivan Puschkin, Ukraine, M85 !, 2:38:12h genannt.
13 Athleten unter 1:40h! 27 Athleten unter 1:50h!
Eigentlich bin ich stolz auf meine 2:01:27h mit 67 Jahren! Aber damit bin ich in der M65 nur Fünfter, und das mit großem Ab- (Rück-) stand! Und auch der damit erreichte 52. Platz spricht für sich!
Die Leistungen jenseits der 60 Jahre werden immer besser, stärker, schneller… Und nach den fünf Tagen des „Sich Wieder-Findens“ gibt es auch neue Motivationen bei genügend gegenseitigen Respekt. Das spornt an und schweißt zusammen.
Nach knapp einer Woche Aufarbeiten möchten wir noch einmal mit ein paar Splittern auf die Masters-EM 2017 in Aarhus mit den beiden Gehwettbewerben am 31.7. auf der Bahn und am 3.8. auf der Straße zurückkommen. Und ich frage mich jetzt, was bleibt nach einer Woche am meisten im Hinterkopf?
Das GRÖSSTE war für mich das gemeinsame Auftreten der Athleten in den Teams ihrer Länder. In traumhafter Breite und im Leistungsvermögen waren die Spanier ganz toll aufgestellt. Klar wurde besonders dominiert, mein 3. Platz! In Puncto Zuverlässigkeit beim Aufstellen der Teams löst Österreich diese Problematik seit Jahren mit großer Klasse. Mein 2. Platz vor allem für ihr Team-Silber in der M45. Den Vogel schossen in diesem Jahr aber die orange
gekleidete Race Walker ab! 100% Medaillengewinner! Alle sechs Starter (von links), Kaenen, Drijvers, Holtslag, Huliselan, Liesting und de Bruin fuhren mit einer Medaille nach Hause. 1. Platz: Niederlande! Für einen von Ihnen sind noch weitere Worte in unserer Pipeline: über Rick Liesting.
Heute ist es mit der Themen- und Zielsuche vorbei. In Gleina warten in 66 Tagen am 14.10. die nächsten Straßenmeisterschaften. Nach fünf Tagen ohne Ziel, Sinn und Zweck ging es
Dienstag wieder länger ins Gelände. Und der Kopf wurde frei. Auf dem Weg nach Gleina sind für mich noch am 2.9. Groß-Gerau, 9.9. Veenendaal und der 16.9. mit Diez auf dem Plan. Vor Gleina gibt es dann mit Jüterbog, Chiasso, Tilburg und Wien mehrere tolle Möglichkeiten, die Form zu überprüfen. Und zum Abschluß, eine Woche nach Gleina, geht´s zum Stundengehen nach Prag. Auch interessant mit dem Challenge-Finale. Also lohnt es sich, gezielt weiter zu machen. Eine schöne Herbstsaison lockt. Und wo sehen wir uns?
…, da ist Aufarbeiten angesagt! Nach umserem Ruhewochenende gilt es nun, zunächst den Monat
JULI abzuschließen. Bei der Masters-EM fielen unsere Bahnwettbewerbe mit in den Monat. Dann haben wir bereits für August die besten Straßenergebnisse von Aarhus eingestellt. Kleine „Splitter“ und auch Bilder dazu folgen noch…! Aber VOR! AARHUS – STRASSE stehen jetzt bereits weitere Ergebnisse in unserer GEHSPORTWELT sowie auch die traditionelle Monats-Zusammenfassung im pdf-Formal. Also bitte runter scrollen… Dann findet ihr Ergebnisse zu 10 000m-Meisterschaften der USA in Manalapan, den County-Championships in Bedford oder den FRANCOPHONE GAMES! und dem Grand Prix in Trento. Und wem das alles zu viel ist, der kann die pdf-Liste gleich hier aufrufen: —> TOPERGEBNISSE JULI 2017
Ja, bleibt weiterhin so schön neugierig, denn Neuigkeiten, Fakten oder interessante Dinge folgen dann, wie die Jugendmeisterschaften in Ulm, 50km-Frauen vor ihrem WM-Start, Ergebnisse aus dem australischen „Winter“ und, und, und… Wir brauchen nur Zeit!
Zum Glück stimmten die Temperaturen. So kamen z.T. wirklich hervorragende Leistungen auf der nicht einfachen 2km-Strecke im Ceres-Park vorm Hauptstadion zustande. Der Regen
bestimmte zwar das gesamte Handeln immer wieder. Von sportlicher Seite waren es aber das geschlossene Auftreten der Spanier und die beiden Gesamtsieger der Wettbewerbe. Unser Bild zeigt die italienische W44-Gesamtsiegerin Valeria Pedetti, die es als einzige Frau unter die 50min.-Marke schaffte. Bei den Männern gelang schon wie über 5000m dem Holländer Rick Liesting, M40, eine beeindruckende „Ein-Mann-Show“, als er in sagenhaften 1:31:04h die 20km bewältigte. Bester Deutscher war wieder der Hallenser Steffen Borsch, dieses Mal aber nur als 6. seiner AK und auch nur mit der 17.-besten Leistung aller Athleten. SIEHE UNSERE RUBRIK GEHSPORTWELT MIT DEN BESTEN LEISTUNGEN! Beste Frau gesamt wurde Brit Schröter, LG Vogtland, deren 52:02 zum 3. Platz in der W40 reichten.
Mit 96 Punkten schaffte sie die 13.-beste Leistung aller Frauen. Auf dem Bild sehen wir sie gemeinsam mit der hoch aufgeschossenen Siegerin der W35, Tatiana Zucconi, Italien, der Gesamt-Dritten im Ziel.
Selbstverständlich gab es deutsche Medaillen und Erfolge, auf die wir später und vor allem im Gehsportnetzwerk, GSN, eingehen. Hier geht es erst einmal um den Gesamteffekt der Veranstaltung mit 125 Finishern bei den Männern und 102 bei den Frauen. Eine ungewohnte Breite bei den Leistungen unter 1:40h über 20km (z.T. 1:50) unerwartete Leistungen ab M65 und herausragende Einzelkönnerinnen weiblich über 10km bestimmen das Erscheinungsbild der jeweiligen TOP30.
Einen kleinen Eindruck über die zum Teil widrigen Bedingungen vermittelt das obiges Bild vom Verpflegungsstand. Peter Schumm, Alemannia Aachen, nutzt hier unterwegs Uwe Tolle, PSV Berlin, um in der M75 wieder deutschen Rekord zu gehen. Dafür gab es in der M70 aber kein Einzel-Metall. Dafür für beide im Team – die große Stärke der Deutschen.
Und Christoph Höhne, Fürstenwalde, dem wir diese ersten Bilder verdanken, dreht in der M75 den Spiess um. Gewinnt auf der Straße deutlich vor Dauerrivale Kansky, Tschechien.
Natürlich werden wir auch hier weiter von diesem Jahres-Höhepunkt der Senioren berichten und weitere Bilder einstellen. Erst einmal „Gute Nacht“.
Die besten Leistungen der Bahnwettbewerbe getrennt nach M/W stehen nun in der GEHSPORTWELT!
Sportlich am Anspruchsvollsten ergaben sich männlich: Der tolle Dreier der Spanier in der M50 innerhalb von 3 Sekunden bei 22:30min. und der Sieg des Holländers Rick Liesting in der M40. Weiblich schaffte Marie Monmessin, Frankreich, in der W60 die stärkste Leistung. 26:57min. brachten 108 Punkte. Beste Deutsche waren Steffen Borsch und Brit Schröter. Mehr zu den deutschen Ergebnissen im Gehsportnetzwerk.
Ich darf eine Masters-EM in Aarhus zum dritten Mal erleben. 2017 sogar eingebettet in viele große Kultur-Events als Kulturhauptstadt 2017. Da ist wahrlich viel zu sehen rund um das A wie Ausstellungen bis A wie Architektur. Heute möchte ich mich im Vorab jedoch mit der
Historie befassen. Bei der 14. EM 2004 durfte ich das selbe Programm vor 13 Jahren schon einmal erleben (2009 gab es noch die Straßen-EM). Nach der Anmeldung ging es sofort in den Fan-Shop. Hier das damals mit diesen „neumodischen Fasern“ entwickelte T-Shirt der Veranstaltung. Da ich nicht unbedingt Freund dieser Fasern bin, ist das Shirt noch gut erhalten. Ich werde es auch stolz bei meiner Anmeldung am Sonntag in Aarhus tragen!
Nun zum Sportlichen! Bei so einer direkten Möglichkeit, zu vergleichen, lohnt es sich natürlich, zu fragen, wer waren damals die Protagonisten? Und welche Athleten von damals sind heute noch dabei? National als auch international! Ich erinnere mich noch an den überragenden Dreifach-Erfolg des damaligen W38-er – Jahrganges über 10km, Sarembe-Stegmaier, Kahr, Primas, ein überragendes Trio. Mit Teamsieg wurden die drei Einzelmedaillen noch vergoldet, bei der damaligen Teamwertung von Athleten über 10 Jahre! Die sportlich beste Leistung, weiblich, brachte Annelore Werner mit zwei Siegen, drei Goldmedaillen und den 57:46min. über 10km, die heute 95 Punkte bringen.
Bei den Männern bin ich selbst ein „Betroffener“. Meine vierten „bewußten“ internationalen Masters. Ich hatte mich voll auf die Gesamt-Entwicklung des Gehsports in Deutschland konzentriert, sah mich und „meine“ Masters „nur“ als ein Mittel, den Gehsport insgesamt voranzubringen. Die guten und schönen Senioren-Effekte erkannte ich erst zur 13. Masters-EM in Potsdam, verstärkt 2003 in Upice und mit der ersten Hallen-WM der Masters in Sindelfingen 2004. Aber nie, selbst als Weltmeister, wollte ich mich oder die Masters zu wichtig nehmen!! Priorität hatte die Gesamtentwicklung und der Nachwuchs. Erst nach 2011 brachte mich unser Gehsportfreund Klaus Gottert, liebe Grüße, ihm geht es aktuell ganz gut, in die Richtung von heute. Seit 2014 sind Senioren nicht nur „gutes Anhängsel“. Man sollte, man muss ihre Leistungen richtig, ehrlich und mir großem Respekt anerkennen. So lese ich das Männer-Protokoll von damals, heute auch mit anderen Augen.
Deutschland hatte in der Spitze eine Breite. Noch dominierte Gerhard Weidner, die Gehsport-Ikone. Bei mir war trotz guter Leistung über 5000m an keine Medaille in der M50 zu denken, 55 Sekunden entfernt, WELTEN! Dafür hinter mir als Vierter immer ein starker Schwede „im Nacken“ und Ferdinand Sarembe! Auch mein Freund Dick Gnauck wurde in seiner AK „nur“ Vierter! Trotz 23:22min. in der M40!
Bei der Hitzeschlacht im Park über 20km, drei Tage später, lief dann alles etwas anders:
Einige fehlten vorn, einige hatten sich nur auf die 20km konzentriert. Die M50 dominierte das Feld! Da wurden bei Hitze TOP-Leistungen abgerufen. Viele traf das unvorbereitet, einige hatten das herunter gespielt, was dann im Laufe des Wettkampfes mit jedem Meter in den Beinen zur Gewißheit wurde. Oh, verdammt…! Die TOP-Zeit des ganzen Feldes ging der 43-jährige Erling Andersen, Norwegen, als Einziger unter 1:40h. Ein Prestige-Titel. Nie in Reichweite einer Medaille hatte ich mir das Rennen gut eingeteilt und mich auf „Klärchen“ innerlich eingestellt. So reifte für mich von Runde zu Runde die Idee, diesen Prestige-Titel für alle Deutsche! wenigstens zu erkämpfen, was mir auf den letzten 5km auch gelang. Hier – während dieser 20km – war genug Zeit, den Entschluß zu fassen, noch besser zu werden, um dann 2-3 Jahre später im Konzert der Großen meiner AK mitspielen zu können. Und auch in Aarhus wurden „wir Guten“ alle noch belohnt. Karl Degner, Dieter Zschiesche, Gerhard Weidner, Hans Kehrer und Dick Gnauck hatten schon ihre Einzelmedaillen. Da räumten wir bei den Teams noch kräftig ab: M40/45, GOLD, Gnauck, Kerber, Papst, M50/55 Gold, Schaeffer, Sarembe, Kehrer, M60/65, Gold, Degener, Zschiesche, Schumm und M70/75, Gold, Weidner, Hartwig, Pollmeier! Das gelang auch noch zwei Frauenteams neben den schon erwähnten W35-Super-Team: W45/50, Gold, Dygas, Gärtner, Teufert und W55, Gold, Werner, Blume, Molter! Ein goldener Tag! Und als Letztes möchten wir noch die deutschen Männer erwähnen, die es nicht in die internationalen Toplisten schafften:
Alle Athleten, auch die hier nicht erwähnten (ich bitte um Verständnis), trugen zum guten Abschneiden, Anerkennung und Achtung deutscher Geher bei. Wir spielten damals bei den Masters einen sehr gute, oft dominierende Rolle… Nun ist eine neue Generation, der damals Zwanziger mit von der Partie. Wir hoffen, mit den gemeldeten 33 Männern und 19 Frauen die damals doch großen Fußtappsen mit dem 2017-er Team auch ein wenig auszufüllen? Dazu wünsche ich uns eine gute Anreise und viel Erfolg. Es ist auch verbunden mit dem ersten direkten Auftritt unseres GSN-Teams und dem neu eingerichteten Internet-Blog des GEHSPORTNETZWERKES! Wir werden bei der Berichterstattung dort viele Erfahrungen sammeln. Dort läuft alles aktuell und direkt an Frau & Mann…. Zumindest versuchen wir es. Helft auch mit Euren Info´s mit, dass uns das möglichst gut gelingt und schaut ruhig mal rein:
—> https://blog.gehsportnetzwerk.de