* Da alles für noch etwas mehr war als nur die 94.Ausgabe dieser tollen Veranstaltung aktuell, hat es auch alles etwas länger gedauert. Nach Hause, Überschlafen, Bilanz und viel Arbeit mit der Auswertung! Auch in Podebrady selbst wird man hoffentlich gemerkt haben, mit dieser Masse an Wettbewerben etc., Investition in Breite! und Spitze! ist das Maximum für eine Ein-Tages-Veranstaltung erreicht. Vom Gewusel der Massen wegen der Volks- und Kinderläufe war ich schon um 9.30 Uhr beeindruckt. Man geriet im Wust von Kinderblicken, Handyfotos, „Gegenverkehr“ auf schmalen Bürgersteigen etc. nicht nur für Sekunden ins Stocken. Aber ich mußte doch dringend noch in Fahrt kommen?
* Eingehen? Notwendig! Dringend! 10.05h, Callroom, was ich doch nie wieder wollte! Ich habe es doch getan und wurde für Risiko und Vorsicht mit einem ERGEBNIS belohnt, was mich zufriedenstellte. Ab 10.30h, unserem Start, war es längst nicht mehr diesbezüglich so aufregend. Aber bis zum Schluß steigerte sich meine Spannung 10 Stunden lang! Bis 19.30h hatten schon 31 Männer das Halbmarathonziel erreicht. Darunter 4 Deutsche! Ja,
auch Abu el Wafa (Halle) 1:29:08h, 28.Platz & Frederick Weigel (Potsdam) 1:27:30h als 16.!
Von den zwei anderen hatte man das irgendwie erwartet. Leo Köpp, wieder einsatzfähig und Christopher Linke, mit Bronze und dem Deutschem Rekord waren dabei wesentliche Gestalter des großen Abschlußspektakels. Wer an diesem Tag, ideal für neue Bestzeiten – Gegner, Breite, Bedingungen vor Ort & Wetter – die Situation nicht erkannte und oder
nicht nutzte (nutzen konnte), dem kann man nicht helfen. Es gab durchaus unterschiedliche Konzepte! Auch sichtbar bei Zwischenzeiten. Insgesamt ging es sehr besonnen zu! Am Anfang kein Ausreißer, der das Treiben verrückter machen könnte. Bei km10 im üblichen, also „moderaten Rahmen“ 40:13min, Weltspitze, aber nicht überdreht! Erst km11 knallte Declan Tingay, AUS, als Erster eine 3:56min – Runde rein. Beschleunigung nahm er schon 1km vorher auf, um so vom 5.Platz auf 3 zu stürmen! Zwischen km13 – 14 wieder eingefangen. Vor allem durch Christopher Linke, der kontinuierlich 3:57 – 3:58min den anderen pro Runde anbot. Francesco Fortunato war immer im Bilde. Schon bei 2-3km hatte er Führungsarbeit geleistet. Bei km15 übernahm er das Kommando und gab es nicht mehr ab. Ab km17 kein km mehr über 3:46! Christopher mußte sich zu der Zeit Bonfim erwehren, der ab 10km ernst machte. Bei km15 war er dran. Verdrängte dann Christopher vom 3.Platz, bei km18 auch Cosi vom 2. Platz! Das schaffte auch Christopher in der letzten Runde klar, als sein Duell mit Cosi 3:50 zu 4:04min ausging! Auch dahinter gab es noch viel Bewegung. Mein Herz klopft heute noch im Stakkato der Schritte.
* Wieder zu viel von den Männern berichtet, ja, aber das war ja so famos! Nun muß ich wieder bei anderen Wettkämpfen kürzen. Zuerst der Halbmarathon der Frauen. Eine der
Mitfavoritinnen, Paula Torres, ECU, wurde disqualifiziert. Der Sieg von Kimberly Garcia Leon, PER, ungefährdet. Auch wenn da Antonella Palmisano, ITA, inzwischen W35, noch stark aufkam. Überraschend für mich, der 4. Platz von Lauren Harris, USA, Fr, 27, mit nationalem Rekord und ersten Anzeichen einer exzellenten Vorbereitung der Amerikaner schon auf die Spiele 2028 in Los Angeles? Während die jungen deutschen Frauen, nach einer positiven Entwicklung in den beiden letzten Jahren sichtlich überfordert von dem Anspruchsdenken wirkten (sie bleiben weiterhin klar über 1:40h) explodierte die aktuell beste Athletin aus dem deutschsprachigem Raum förmlich. Dabei sah ich immer noch genügend Potential! Taktisch klug in der Verfolgung, immer hinter zwei Mitstreiterinnen „versteckt mitschwimmend“ durchbrach sie kühnste Vorstellungen, die bei mir deutlich unter 1:39h lagen, mit RIESEN-Zeit von <1:38h! Krass Beeindruckend war für mich der Auftritt der 50-jährigen Lydia McGranahan, USA, die mich schon in Brasilia so begeistert hatte. In Podebrady nun mit 1:53:49h und neuer PB mit im USA-TEAM nun hier auf dem Siegerpodest! Herz, was willst Du mehr? Beweis (neben den beiden Rekorden von Harris und Nick Christie bei den Männern), es geht steil bergauf mit dem Gehen in den USA!
* Nach gestarteten 129 Athleten im Halbmarathon (76 Mä/ 53 Fr) nun zu den davor gestarteten 10km-Bewerben der U20. Nur Mia Bandoly konnte aus deutscher Sicht mit 49:41min als Zehnte überzeugen. Männlich (gesamt: 27) Deutschland ohne Starter, da man „schon“ entweder den Halbmarathon oder die 5km im Rahmen – WK bevorzugte.
Wahrscheinlich sind die meisten sogar glücklich über das Verkürzen der internationalen Meisterschaften auf 5000m? Während sich männlich FRA, ESP und ITA um die vorderen Plätze stritten, waren die 10km weiblich (gesamt: 26) klar in italienischen Händen, soll heißen, das gesamte Podest. Serena di Fabio mit Meeting-Rekord!
* Bleiben die 5km des Vormittags! Über 80 Athleten auf der schnellen 1km-Runde! So viele sind nicht jedermanns Freund. Mir tut das immer gut! Erstmalig erlebte ich auch, wie über 40 Frauen erst 1 Minute nach uns starteten! Um da eventuelle Absprachen und
die Männer als „Zugpferde“ zu verhindern? Alle wurden in jeweils drei Kategorien M/W aufgeteilt. Es gab auch sechs Sieger! Gut gemacht. Deutschland profitierte davon mit Podestplätzen: Sieg Frauen durch Nika Illing und Masters durch Brit Schröter, Zweiter:
Alexander Schwarz, M U18 sowie Dritter Masters: Steffen Borsch, der sich, passend zu diesem Tag – siehe unser Abschlußbild – entsprechend kleidete. 


















