Heute, vom Donnerstag, 23. September!

Nicht, daß ihr denkt, der hört einfach auf. Letzte Zeit von Olympia bis zum Mühltal und bis zu Baunatal, da gab es doch Tage, da hat er sich überhaupt nicht mehr gemeldet. Stimmt! Aber das hier beweist genau das Gegenteil! Denn ich habe, und das habt ihr bestimmt die Tage gemerkt, wieder Lust bekommen, über Wettkämpfe zu berichten. War „RED HOT CHILI RED CART“ noch ein MUSS, so sind die schon erfolgten vielen Berichte meiner neuen Lust und Kraft entsprungen, die Dinge ordentlich zu Ende zu bringen!

Und ja, ich werde mich etwas umorganisieren, wie Bernd immer so schön sagt, ständig NEU ERFINDEN! Was ihr schon an der neuen Form der Berichte leicht erkennen könnt. Aber das Problem liegt tiefer, ist – nicht nur – der besonderen Zeit geschuldet und der Entwicklung des Gehsports in Deutschland. ICH HABE EINFACH DIE LUST VERLOREN!

Ja, es stimmt! Ich wollte euch das alles vorenthalten, aber das ist mein öffentliches (entblößendes) TAGEBUCH, also muss es hier rein. Deshalb kurz die wichtigsten Punkte zur Kenntnis:

1) Die Gehsportwelt 2020 wird bis Dezember noch fertig gestellt. Es fehlt nicht mehr viel.

2) Die Gehsportwelt 2021 gestalte ich wie gehabt noch bis zum Jahresende fertig. Ich war 2015 angetreten, den Weg nach Olympia zu begleiten. Wo kommen die Athleten her, mit welchen Leistungen reisen sie zu Olympia? Das ist mir zu 2016 voll gelungen und zu 2020 dauerte es sogar ein Jahr länger, was mich viel Kraft und Motivation kostete.

3) Die besondere Zeit hat alle schon vorhandenen Dinge nur verschärft. Sie sind längst vorhanden.

4) Aber ich konnte meinen offiziellen Abschied im Mühltal 2020 und zum Hallen-Meeting in Erfurt NICHT feiern!

5) Auch etwas Größeres zu meinem 70. Geburtstag im Dezember blieb mir verwehrt. Das Frühjahr, wo ich im Juni einen Ersatz vorbereitet hatte, blieb mir als verwehrt, wegen übervorsichtiger Entscheidungen in Deutschland!

6) Das Dahindarben, keine Meisterschaften in Deutschland und in Thüringen stellten Vieles von dem, was für mich 52 Jahre eine Selbstverständlichkeit war, hochgradig in Frage. Zum Schluß konnte mir niemand die Frage beantworten: WARUM? Ich auch nicht.

7) Meine Rituale des Wiedersehens und des Verabschiedens haben sich geändert! Auch hier hat die besondere Zeit alles nur verschärft. Die vergessenen, dementen, VOR DEM STERBEN vor sich in Lebenden liegen mir voll am und im Herzen! Wenn ich mich verabschiede, will ich nicht sterben! Ich will nur JEDES MAL ORDENTLICH GEHEN! Und hoffe, es funktioniert noch eine Weile?

8) Die Schaffenskraft, Fülle und Schnelligkeit – nicht die Ausdauer! – haben sich geändert. Also, Schlußfolgerung A) Ich werde hier weiter schreiben…

9) B) Ab 2022 werde ich meine Schwerpunkte verändern! Die Aufregung, die Verantwortung für etwas, Freude am Organisieren tut mir zwar noch emotional gut, siehe Mühltal 2021, aber belastet mich zu sehr, da die VERANTWORTUNG RAUBBAU an meinen Kräften, vor allem psychisch betreibt. Ich muss mich also – mit einfachen, nicht sehr erregenden – Dingen weiter beschäftigen, so bzw. da ich es will.

10) C) Gute Emotionen kommen garantiert hoch, wenn ich nun endlich die anderen Unterseiten fülle. Vor allem anfange, an den 52 Jahren erlebten Gehsport und vielen Dingen da drumherum zu schreiben. Das ist alles da, muß aufgearbeitet werden und wird Spaß machen.

11) D) Das zweite Projekt ist noch ein Arbeitstitel. Das Motto: „VOR 50 JAhREN!“ Es ist das Jahr der Olympischen Spiele in München, es existieren zwei deutsche Staaten. Aus heutiger Sicht, war da die Welt noch in Ordnung. Die Politik der Entspannung, dokumentiert im Abkommen von Helsinki brachte auch uns in der DDR einige ÖFFNUNGEN und FREIHEITEN! Der anschließende Weg ist bekannt. Es wird spannend!

12) Ihr seht, ich habe weiter Großes vor. Wer will, kann mich weiter begleiten. Und wer nur AKTUELLES lesen möchte, logisch, ich werde natürlich mit Auge und Ohr an der Szene kleben, um im Bilde zu bleiben.

ICH HOFFE, Ihr versteht mich, warum ich so gehandelt habe und, wie dargestellt, handeln werde.

Anmerkung: Was habe ich dann gestern gemacht? Da überkam mich die Lust! Als ich 10 Wettkämpfe fertig hatte, habe ich auf allen meinen Recherche-Schienen über 40 Wettkämpfe gefunden, zum Teil daraus erst Protokolle erstellt, viele fehlende Altersangaben gesucht und so einfach im großen Datenhaufen versunken. Deshalb nun heute diese Zeilen. Ich werde auch dabei bleiben, täglich nur eine gewissen Zeit am PC zu verweilen. In diesem Sinne, habt weiter Spaß! Euer Udo

Nach dem großen Lob zum perfekten Ausrichten der Bayerischen Meisterschaften, am 18. September in Niederaichbach, gesellen sich nun interessante Informationen zu den Süddt. Meisterschaften, 5000m der U16 bis Elite, am 26. September in Baden-Baden. Ich hatte es ja nicht mehr auf dem Schirm, weil keine Startmöglichkeit für andere Regionen angeboten wurden. Wir in Thüringen darben sehr – im Land des Olympiasilbermedaillen-Gewinners! Wie der DLV mit Deutschen… wurden das 2. Jahr in Folge KEINE THÜRINGER oder MITTELDEUTSCHE MEISTERSCHAFTEN für uns angeboten! Gut, wenigstens Baunatal mit der Bahn vom DLV! Wir als Thüringer sind da noch schlechter! Im Mühltal gab es eine Veranstaltung am 28.8., die sich um eine Thüringer bzw. Mitteldeutsche Meisterschaften beworben hatte! Das wurde abgelehnt! Sollen Geher jetzt deshalb die Region wechseln? Diese Frage stelle ich in den Raum. Vor allem POSITIV stelle ich fest: In Süddeutschland funktioniert noch das Wettkampfsystem der Leichtathletik, macht man das Beste aus der aktuellen Situation. Und viele Masters danken das mit einer Startzusage!

Zu Baden-Baden gab es am 19. 9. Zeitplanänderungen, an die mich freundlicherweise Klaus Dietsche erinnerte. Das nehme ich sogleich zum Anlaß, euch die aktuellen Daten der 3 Wettbewerbe mit den 41 Gemeldeten näher zu bringen. Übrigens, Bravo !!, nun MIT ATHLETEN außerhalb der MEISTERSCHAFTSWERTUNG:Ich wünsche eine gute Anreise und viel Erfolg!

Nur positive Rückmeldungen gibt es zum Wettkampf in Niederaichbach!Das clevere Motto, auf den Shirts verewigt!Und der größte Arbeitgeber trägt zur Absicherung der Energie – Grundlastsicherung in Deutschland noch zuverlässig bei!Am bekannten Start, hier Aufruf 5km, wurde nichts geändert!Dafür wurde aber u.a. auch das Protokoll richtig „aufgepeppt!Diese gezeigte große Zufriedenheit könnte man doch gleich in Hoffnungen auf  baldige Wiedersehensfreude ummünzen oder?

(Anmerkung: Die Überschrift ist in Anlehnung an die 1983 gegründete US-Funk-Band Red Hot Chili Peppers gewählt. Trotz großen Erfolgen harmonisierte die Truppe nicht, es kam zu Exzessen. Gitarrist Hillel Slovak starb sogar an einer Überdosis Heroin. Zum Glück war am 10.9. keiner auf Droge, aber… Rot ist eigentlich Farbe der Liebe! Und Aggressivität?)

Das ist der Nachtrag 2, zu Baunatal. Ein Mix aus Analyse und Romanze!

Freitag, 10. 9., 17.55 Uhr!

Das war der Moment! Ich spürte, hier und heute passiert etwas Außergewöhnliches! Ich hatte meine 5000m gerade absolviert, nicht kaputt, weil ich Tempo rausgenommen hatte und schlenderte zurück zum Beginn der Zielgerade mit „pit lane“ und Anzeigetafel. Auch ich hatte, zum Glück erst in der letzten Runde, die zweite ROTE KARTE kassiert, was ich gerade mit Aufnahme dieses Foto´s, leider Startnummern meist nicht lesbar!, bemerkte. Das war aber noch nicht das Ende! Da waren es 40 Rote Karten für 19 Starter, jeder im Durchschnitt mehr als zwei. Historisch. Hochrechnung: Wenn jeder maximal vier Rote Karten erhalten kann, wurden bei dem Wettbewerb 53% aller Möglichkeiten genutzt.

Ja, mit „pit Lane“. Eigentlich eine gute Erfindung. Die Jugend wird zu erhöhtem Risiko aufgefordert, die „Alten“ haben eine größere Chance „durchzukommen“, weil sich nun VIER GEHRICHTER gegen ein End-Ergebnis dieser „Person to be judged“ entscheiden müssen, um die anderen Athleten vor seinen Verfehlungen zu schützen. Richtig! Oder?

Bei den drei Wettbewerben wurde die „pit lane“ gleich 11x genutzt. Zwei Starterinnen im dritten Wettbewerb bekamen aber in so kurzer Folge 4 Rote Karten, daß sie nicht diesen Vorteil nutzen konnten und sofort disqualifiziert wurden. Auch Wolf-Dieter Giese nutze diese Chance nicht und gab nach der 3. Roten Karte entnervt auf. Er wäre der 12. Nutzer der „pit lane“ gewesen. Ein Athlet war sogar umsonst in der „pit lane“, Dick Gnauck, mein Vereinskamerad vom ASV Erfurt! Er ahnte schon etwas, als er seine Urkunde bekam! Die Zeit war auf das Zehntel genau 30s besser! Später erklärte man ihm in der Auswertung, er hätte versehentlich die 3. Rote Karte erhalten. Eine sportliche Entscheidung!

Nicht so sportlich empfinde ich den Entscheid bezüglich meines zweiten Kameraden von ASV Erfurt! Er war zu der bis Mittwoch gültigen Zeit >90min vorher an Ort und Stelle! Nur hatte man zum Mittwoch, 2 Tage vorher, den Zeitplan und die Starterfelder noch einmal geändert. Sein Start war damit 1h eher! Richtig so, aber dann besteht von Seiten des Veranstalters jedoch Mitteilungspflicht oder? Ich kann, will und soll auch gesundheitlich doch nicht ständig auf mein Handy oder Tablet schauen! Mit 69 Jahren arbeitet Reinhard Langhammer auch noch, so dass man das auch nicht der Dummheit nichts-tuender Rentner anhängen kann. Es gibt Beispiele, wo man sportlich in so einer Situation anders handelte. Nach 18 Monaten ohne Deutsche Meisterschaften hätte man ihn zumindest „unter Vorbehalt“ starten lassen können, gar müssen (rechtliche Klärung hinterher, Schiedsgericht, Befragen der anderen Teilnehmer, ob zulassen, Werten außerhalb der Meisterschaft, um nur einige Möglichkeiten aufzuzählen), um den Aufwand und den Auswirkungen, auch menschlich, Rechnung zu tragen!

Diese Fakten, so erzählt, zeichnen manchem vielleicht ein falsches Bild – wenn man nur eindimensional spiegelt – von meiner Romanze mit Baunatal, meinen vielleicht letzten Deutschen Meisterschaften – die ich erlebe und bestreiten durfte! Das weiträumige Areal war hervorragend ausgewählt und die vielen, vielen Helfer waren vielleicht auch etwas unerfahren, aber immer höflich und korrekt! Für diese besondere Zeit war Baunatal ein perfekter Austragungsort. Und ich platziere Bemerkungen wie z.B.: 20m nach der Zielankunft: „Bitte Maske aufsetzen!“ oder, dasselbe, wenn man sich Richtung Tribüne zum „Ausgehen“ bewegte, wirklich in die Richtung „nicht zu Ende gedacht“, überorganisiert, aber in Ordnung, da keine Saktionen folgten, weil man sich ja nach den Vorgaben bewegte! Lieber etwas vorsichtiger, ja, aber ohne Zwang!

So habe ich auch die doch alles bestimmenden Themen gestreift und hoffentlich „beide Seiten“ der immer mehr auseinanderdriftenden Gesellschaft nicht „verletzt“? Ich setzte weiter alles auf Dialog und Wissen, bleibe in der Mitte! Auch wenn ständig versucht wird, diese Mitte aus der selbigen politisch nach links zu verschieben oder virologisch einseitig einzunehmen! Auch wenn beim Streichen der Lohnfortzahlung eine Grenze erreicht ist! So nicht! Aber zurück zum Sport und den Auswirkungen:* Hoch konzentriert gingen 19 Teilnehmer der M/W70 und älter im 2. Geh-Wettbewerb in Baunatal an den Start! Alle Gemeldeten! Alle wollten es noch einmal wissen! Jedoch nur 13 erreichten auch das Ziel, s.o.! Insgesamt waren von 57 Gemeldeten 48 am Start!

* 39 Athleten kamen ins Ziel. Das sind unter 80%. „Normal sind 5-8% an Disqualifikationen. 3 Gründe sollten beim Bewerten beachtet werden: 18 Monate Wettkampfflaute, keine Deutschen Meisterschaften für Athleten und Gehrichter, Übermotivation auf beiden Seiten, ständig steigendes Durchschnittsalter bei den Masters!

* Wenn man alle Meldungen berücksichtigt, hatten alle 57 Athleten ein Gesamtalter von 3 730 Jahren geschultert, was einem Mittel von 65,4 Jahren entspricht. Die Sportler, die dabei bleiben, werden älter, die dazu kommen, sind älter! Durch eine verkehrte Sport-Politik fehlt uns eine ganze Generation der aktuell 28 bis 45 Jahre alten Menschen!

* Damit werden auch Vergleiche und Wertungen innerhalb der Altersklassen immer uninteressanter. Wichtig bleibt nur der Titel!

* Immerhin 12 Sportler erhielten KEINE ROTEN KARTEN!

* Übertrieben und überzogen wurde von Seiten der Athleten nicht: Nur 5 Athleten, Wälde, Kruse, Ritzenhoff, Bretag und Pflästerer ergingen sich eine bessere Leistung, als mit der sie gemeldet hatten.

* Methoden, wie man mehr Athleten gewinnt sind nicht zu sehen! Deshalb sollten wir versuchen, die seit 10 Jahren fortgesetzte Fluktuation weiter zu mindern! Jährlich verlassen uns nach wie vor INSGESAMT IM GEHSPORT mehr Athleten, als wie hinzukommen!

* Die letzten „Alten“ sollten dabei so lange wie möglich „bei der Stange gehalten“ werden. Aus der Sicht war Baunatal nicht förderlich.

* 3 Ansätze, alle im Mühltal schon praktiziert, könnten sein: 1) International „age grading“, in Deutschland wäre die Punkttabelle des Deutschen Geherpokal ein Ansatz, um über Altersklassen hinweg, interessante Vergleiche zu starten, 2) Aus der altersklassen-übergreifenden Wertung eine „Kleine Vereinswertung“ mit 3 besten Leistungen installieren, Ziel: Stärken der Vereine, 3) Verbindung aktiv zu Walkern, a) Neugewinnung, b) Walken parallel zum Gehen anbieten mit NEUEM TEILNAHMEZIEL!

International praktiziert (Tilburg, NED), kann man in einem Wettkampf Race Walker und Walker / Centurions mit unterschiedlichen Startnummern gemeinsam starten lassen. Genügt ein Athlet den strengen Regeln der Gehrichter nicht, kann er ZUSÄTZLICH weiter gehen und kommt in die CENTURION-WERTUNG, die man auch von vornherein wählen kann (andere Startnummer). Der Aufwand der Fahrten lohnt und man hat eine Leistung! Natürlich nur interessant für Sportler, die NICHT VORDERGRÜNDIG auf Meistertitel sondern auf Leistung, Vergleich und Gemeinsamkeiten! aus sind. Ob es den heute 80-Jährigen hilft, ist fraglich! Mir könnte es noch helfen. Nun genug davon. Ihr seid bestimmt auch im Kopf schon müde und meine Finger sind wund!