* Im Vorfeld wurde sehr viel gemunkelt und die Startlisten versprachen noch mehr! In der Realität war alles „immer noch“ wahnsinnig stark. Aber das pegelte sich nun mehr in „Richtung Podebrady“ ein. Viele hielten ihre Startversprechen nicht. Immerhin konnten wir mit den Rahmenwettkämpfen noch 252 Starter zählen. Zu einigen Details:
* Aus deutscher Sicht können wir gar kein Ergebnis im Protokoll vermelden. Bianca Dittrich erscheint nicht einmal im offiziellen Protokoll (Anmerkung, 28.5.: Sie hat sich inzwischen persönlich gemeldet und uns berichtet, daß sie aufgeben „mußte“, um ihre Saisonziele nicht schon vorab kaputt zu machen) zumindest als „dns“ und Jassam Abu el Wafa schaffte es nur bis km13! Hitze? Wir wissen es leider nicht. Nach 5km noch bei 21:14 deutete sich bei den anschließenden Km – Zeiten schon an, 4:23 bis 4:31 pro km, das wird heute nichts. Denn es bleiben nach wie vor die Grundkriterien: Die Hälfte wird etwa in 39:30min bis maximal 41:00min absolviert, um sich anschließend zum Teil noch wesentlich! im Tempo zu steigern. Die ersten Sechs schafften ein Durchschnittstempo von unter 4min pro Kilometer.
* Vorn ging gewaltig die Post ab. Die Chinesen bildeten „in Masse“ einen roten Block, der das Tempo bestimmte. Nur Paul McGrath, ESP, führte 1x bei km9, bevor sich Haifeng Qian, CHN, wohl dann als Erster überhaupt zum km10 in 40:01min absetzen konnte. Das Tempo nahm weiter kontinuierlich langsam zu, ehe ein 19-Jähriger, der spätere Sieger, nach 59:48min (15.km schon 3:48) bei km15 eine 3:46min dazwischen knallte und alles (zer-) sprengte! Es war nicht der von mir als Riesentalent angekündigte Congshan Bi, CHN, der in 1:27:38h „nur“ den 22.Platz belegte. Es war Shengi Shi, der in La Coruna seinen ersten ganz großen Sieg feierte. Eine verrückte Welt! Gleich zwei 19-Jährige
machen nun das Treiben verrückt. Auch „Vielstarter“ Bonfim, BRA, (20:17, 40:13, 1:00:02) kam aus diesem „Nichts“ noch auf. Aber „nur“ bis zum 4.Platz in 1:24:08h. Ähnlich wie in Podebrady! Dort (20:28, 40:21, 59:58) kam er noch auf den 2.Platz in 1:23:40h!
* Anmerkung zur Übersicht Männer: Neu hier das Markieren (hellgelb) der Athleten innerhalb 1 Minute und der Plätze 7-14 innerhalb einer weiteren Minute! Und: Da wir dieses Jahr „nur“ EM – Jahr haben, sind auch die europäischen Starter gekennzeichnet! Bei den Frauen, höherer Anteil Europas, dank Italien und Spanien, gibt es eine gleiche europäische Kennzeichnung. Die Breite in der Spitze ist hier noch dichter, denn zwischen 1. und 14. Platz sind nur 1:37min Unterschied. 
* Ein spannender Wettkampf bei den Frauen. Die erste Häfte bestimmte Anita Chamosa Dacasa, ESP, die sich vom Start an absetzte, im Ziel als Elfte nur 1:30min Rückstand hatte. Größter Vorsprung, bei 6km >30s, aber gut durchgegangen. Nur andere Renneinteilung. Nach 11km war Anita wieder eingeholt und alle im Ziel vor ihr, gingen an ihr vorbei. Bei km13 versuchte auch Maria Perez einen Angriff. Maria konnte sich dieses Mal aber nicht absetzen, sondern nur das Spitzenfeld halbieren. Zwar versuchten auch Chinesinnen Angriffe. Aber es war ein Tag der Mexikanerinnen. Alejandra Ortega und vor allem Alegna Gonzalez, die ihre Rolle als „Nur-Mitschwimmerinnen“ nun tauschten. Auch mit der 20-jährigen Nanako, Japan, ist wieder eine neue Japanerin mit im Spitzenfeld.
* Eigentlich vermißt? Die bisher sehr präsenten US-Amerikaner, die Australier mit anderem Saisonaufbau und auch die Inder. Für die beiden Letztgenannten sind die Commonwealth Games sehr bedeutend, erfordern wegen der 10 000m wohl auch andere Prioritäten? Von den indischen Meisterschaften am selben Wochenende berichten wir anschließend.