* Ja, etwas Überregionales im Gehen aus Deutschland! Gleich an zwei Wochenenden hintereinander treffen sich im September deutsche Geher in Deutschland. Am 13.9., kurzfristig angesetzt, treffen sich deutsche Masters zu ihren Deutschen Meisterschaften auf der Bahn über 5000m in Troisdorf! Gemeldet haben 24 Männer und 10 Frauen. 34 Masters von der AK 35 bis AK 80 in Aktion. Wir werden berichten.

* Und eine Woche später finden dann Süddeutschen Meisterschaften im Bahngehen, anläßlich eines Sportfestes in Marburg statt. Hier, theoretisch in allen AK, können alle Geher, auch als Gäste außer Wertung, das Angebot nutzen. Da haben sogar 38 Athleten gemeldet. 22 Männer, 7 Frauen sowie insgesamt 9 Jugendliche über unterschiedliche Strecken. Wir freuen uns und werden auch aus Marburg berichten.

* Mit diesem, unseren Thema sollten wir uns ab und zu beschäftigen! TECHNIK, TERMINE und TECHNIK vielleicht sogar gleich 2x? Mit der Problematik unser Gehtechnik, Erfassen, Sehen, als Aktiver, Gehrichter oder Zuschauer ERFASSEN und WERTEN möchte ich mich in diesem Extrabeitrag aus gegebenen Anlaß beschäftigen. Oder zumindest versuchen?

* Meine Grundeinstellung: GEHRICHTER SCHÜTZEN DIE GUTEN VOR DEN UNSAUBEREN! Unterlegt wurde diese Basis durch Ausführungen von Palle Lassen, Dänemark, damals Vorsitzender der Gehsportkommission der IAAF, den ich bei dem richtungsweisenden Gehsportseminar am 17./18. April 1985 LIVE erleben durfte. Das Gesamtkonzept seiner Überzeugungen lebe ich aktuell noch. Natürlich hat sich viel getan! Nun schaue ich aus heutiger Sicht auf die damaligen Grundsätze! Ganz schön streng! Denn er formulierte: Technik bringt nichts. Nur dieses menschliche Auge mit seiner natürlichen, verzögerten Wahrnehmung garantiert den Erhalt unseres Sports, des Gehsports! Deshalb auch sein Einsatz gegen die Zeitlupenaufnahmen und als Erklärung, das verzögerte Wahrnehmen von ca. 25ms!

* In den 46 Jahren seither habe ich viel erlebt. Sinnloses und Sinnvolles! Am meisten nach vorn gebracht, Erhalten gefördert etc. hat uns dabei das qualifizierte System der Aus- und Weiterbildungen aller Gehrichter! Dieses Optimieren hat uns entscheidend weiter gebracht und optimiert! Die Versprechungen der Technik hatten uns bisher nicht weiter gebracht! Doch nun ist ein Standard erreicht, der die Idee Wahrheit werden lassen kann! Ein Chip, ja, der wirklich genau den fehlenden Bodenkontakt messen kann. Kein teurer Schuh oder eine bestimmte Sohle, was uns am Ende unnütze Jahre brachte!

* Ausgangspunkt neuer Diskussionen war die Meinung Carl Dohmanns, bei seinem Berichterstatten in Birmingham, die Geher hätten 4ms keinen Bodenkontakt, was mein 1. Aufreger war! Zum Glück revidierte Carl seine Aussage schnell! Hatte im Hintergrund mit Jens Grünberg einen Kontakt und er verbesserte sich auf 40ms! Der 2.Aufreger! Das widerspricht meinem ganzen gelebten Geherleben, aber ein international anerkannter Gehrichter, der lebt ja nicht wie ich in seinen alten Vorstellungen, sondern wird ja alle wissenschaftlichen Aussagen und die erlebte Praxis doch richtig darstellen können oder nicht? Wie bekomme ich meine Aufreger vom Eis! Mit wissenschaftlicher Recherche!

* Zuerst suchte ich natürlich nach einer Bestätigung für mein GEHER – LEBEN! Also der Version von Palle Lassen, siehe vorher. Dort fand ich, wichtig für mich, das Folgende:

A) Das Erleben unserer Wahrnehmung hinkt der Wirklichkeit um > 0,1s hinterher. Also über 100ms! Denn alleine die reine „Bildverarbeitung“ dauert 80 – 100ms! Wenn man da noch berücksichtigt, es dauert auch, bis unser Gehirn die Augen überhaupt ansteuert, immerhin 150 bis 300ms! Dann war aus heutiger Sicht Palle Lassen mit seinem Anspruch damals wirklich sehr streng.

B) Kommen wir nun zur aktuellen Wissenschaft und den vielen Daten von untersuchten Sportlern, dokumentierten Wettkämpfen. D0rt nähern wir uns den Aussagen von Jens Grüneberg! Denn die biomechanischen Studien zum Thema beweisen aktuell, es sind 30-40ms! Z.B. ergaben Messungen, bei Stabilisierung des Reflexbogens im Rückenmark 30-50ms! Und die Neuronale Latenz vom Auge über Sehnerv ins Sehzentrum des Gehirns 50-80ms! Dazu noch die kognitive Verarbeitung und die bewußte Interpretation! Dann sind wir schon bei 150-200ms!

C) Die Schlußfolgerungen für mich: Es kommt immer noch auf das geschulte Auge der Gehrichters an! Palle Lassen war seiner Zeit weit voraus! Um die Zeitlupen im Fernsehen zu verhindern und damit den Gehsport zu diskreditieren, wählte er die zur damaligen Zeit bekannte geringste Zeit aus! Ein zum großen Teil gelungener Schachzug bis heute. Die körperliche Reaktion (Sakkade), also das „reine“ Erfassen durch das Gehirn von 20-25ms und wählte den höchstmöglichen Wert. Denn allein die Dauer der Augenbewegung dauert 20-40ms! Da ist das GESCHULTE AUGE! Und ich habe für mich den Spagat! Kann den sogar noch etwas „Öffnen“! Weil die Latenzzeit/Sehrinde visuell evozierter Potentiale zumindest 20-30ms entspricht. Kommt jetzt der Chip für den Menschen? Dann muß man Sicherheiten für die besten Sportler etc. einbauen. Da die heutige Generation in der Spitze sowieso auf Risiko getrimmt wird und mit der Pit Lane noch eine Abschwächung des Risikos DISQUALIFIKATION erfolgte, wird man den Chip technisch wohl auf 40 bis sogar 50ms einstellen. Ob wir als Geher überhaupt „überleben können“ oder nicht.

D) Nun ganz kurz zum aktuellen Stand der heutigen Situation technischer Nutzung! Bei den tschechischen Meisterschaften in Karlovy Vary kam es zum Eklat! Nicht in Bezug zum Chip, der immer noch in der Erforschungsphase steckt. Nein, die Veranstalter nutzten das digitale Erfassen der Disqualifikationsanträge und scheiterten komplex! Ich hatte die Angelegenheit mehrfach beobachten können und auch gelobt! Leider erzeugte die App großen Wirbel und wieder schlechte Optionen und beförderte die umstrittenen Positionen in der Gesellschaft, das Gehen abzuschaffen! Zumindest aus den großen Events zu entfernen. Schade. Wir werden noch kurz zu Karlovy Vary berichten.

 * Unser Blick schweift nun nach Falkensee bei Berlin, wo man an sehr gut besuchte Brandenburger Meisterschaften der U12 sowie U14 mit den Berlin – Brandenburger Meisterschaften aller Geher verbunden hat! Diesem Ruf der Ausschreibung folgten 20 Geher aus mehreren Bundesländern.

* Am gleichen Tag wie Falkensee fand das 60. Internationale Postgehen statt. Und eine Woche vorher Drunen, Niederlande! Auch das Beste aus Regensdorf, Schweiz, wollten wir euch nicht vorenthalten! Wir hoffen für euch und wünschen uns, ihr hattet viel Spaß beim Herumstöbern?

* Es bleibt nur kurze Zeit zum Nachtragen interessanter Wettkämpfe aus dem August! Schnell zuschlagen, Das Beste von zwei absoluten Leckerbissen! Von dieser BREITE im kleinem Nachbarland bin ich echt angetan. In Brno trafen sich zur 4.Runde der LIGA in Tschechien  über 100 Athleten, um nach einem Platz/Punktsystem so viel wie möglich Punkte für ihren Verein zu ergattern!

* Und ganz spannend wird das mit dem Bericht aus Rochester/New York, der mir über Bianca Dittrich weiter vermittelt, aus den USA zugespielt wurde. Es war wohl doch eine Hallenveranstaltung, was ich nicht glauben konnte und wollte! Über Nick Christie, USA, der als Vierter der Elite bei der Super-Weltbestleistung von Perseus Karlström teilnahm und den USA-Rekord von Dan Nehnevay, war vor ihm platziert, direkt erlebte, auch eine Ehrensache, mir Details etc. zu schicken. Vielen Dank!

* Auch bei den Frauen, die alle im OPEN-Wettbewerb starteten, gab es ja einige Altersklassenrekorde, siehe Aufstellung. Es ist schon ein ganzes Arsenal, was die „kleine Gruppe“ der Geher in den USA, aufgrund guter Zusammenarbeit mit der USATF den Athleten zu bieten hat, sowohl an verschiedenen Streckenlängen und der Möglichkeiten, USA – Meister zu werden, sowohl bei der Elite als auch natürlich meist „extra“ bei den verschiedenen Masters!

* Das war die offizielle Aufmachung für die 2 Meilen als Höhepunkt und Abschluß von/nach ereignisreichen Trainingstagen!

* Die Startaufstellung, kurz vor dem Weltrekord-Versuch der Elite. Neben den 4 in der Übersicht erwähnten Elite-Sportler ist noch AJ Gruttadauro, 27 Jahre, zu sehen, der mit 14:27min da als Fünfter ins Ziel kam und dessen Zeit mit 82 Punkten zu werten wäre.

* Natürlich alles hervorragend organisiert! Und bei den Temperaturen, manchmal im Juli/August, wäre eine temperierte Halle bestimmt eine TOP-Lösung für Training und Wettkampf, oder?

* Nun sind die Weltmeisterschaften der Masters in Daegu schon wieder vorbei. Wie versprochen als Abschluß der Medaillenspiegel der Geher. Die Tendenzen zu Beginn haben sich da verfestigt. Auf den ersten 6 Plätzen gab es keine Veränderungen mehr. Insgesamt 38 Länder waren am Medaillensammeln beteiligt. Die sehr kleine Delegation deutscher Geher verlor am letzten Tag noch ihren 9.Platz. Überragende Japaner mit Weltrekord M50 und dazu auch Gold in der M35 und M40 konnten uns noch überflügeln. Ich lege diese Unterlagen schnell beiseite und beschäftige mich noch schnell mit einem gewissen Abschluß des Monats August etc.! Denn es gab auch noch andere Wettkämpfe. Dazu im nächsten Bericht mehr.

* Am vorletzten Tag kamen die Geher männlich ins große Stadion der Universität, um ihre Weltmeister über die 5000m zu ermitteln. Hier die Resultate der Besten:

* Wir haben natürlich wie bei den Frauen, alle Medaillengewinner aufgeführt, um alle Vergleiche über die Altersklassen hinweg zu ziehen. Um es kurz zu fassen, der „geplante“ Weltrekord von Takahiro Sato, Japan, M50, überstrahlt natürlich alles! Die bereits starke „M50“ wird noch noch stärker! Unter 21min in der M50, da bleibt sogar unserem besten Deutschen in der M50 glatt die Spucke weg! Steffen Borsch sinniert da gleich weiter über seine Altersklasse: „Bis zum 6. Platz ist es eindeutig. Die M50 ist im Vergleich immer die stärkste Altersklasse!“ Ja, zumindest männlich. Denn bei den Frauen ist zumindest in der W60 der 6.Platz über 5000m 2026 um einen Punkt besser!? Ihr versteht bestimmt, dieses Jahr habe ich es mit den Frauen! Besonders ab W60 aufwärts bin ich begeistert und habe sogar meine Punkttabelle wegen dieser Leistungsentwicklung kurz in Frage gestellt!

* Die deutschen Medaillengewinner möchte ich hier auch extra erwähnen. Otmar Seul konnte in der M80 wieder auf dem Podest Bronze überreicht bekommen, genau wie Sebastian Brandt, der in der M40 das Podest besteigen durfte. Die meisten Medaillen der deutschen Geher schaffte Reinhard Langhammer in der M70. mit je 2x Silber und Bronze fliegt er richtig hoch dekoriert nach Hause! Ganz stark! Natürlich habe ich auf meine AK geschaut. Der 77-jährige Jose Luis Lopez Camarena, Mexico, konnte sich da nach seinem Aussteigen bei den 20km selbst begnadigen sowie mit einer Siegerzeit deutlich unter 30min wieder klar überzeugen, Lohn > 100 Punkte! Vor dem Haudegen Patrice Brochot, FRA, der Sieger der 20km und über 1min zurück.

* Und natürlich geht mein Blick in die „höheren“ Altersklassen. Wir haben da zwar keine „Leistungs-Explosion“ wie bei den Frauen. Aber Siegerpodest M80, voll besetzt, M85, zu Zweit oben und wir haben auch Zeit und Namen eines 90-Jährigen über 5000m: Spencer Parrish, USA, „Baujahr 1936“ gewinnt in 52:49min Gold 2026!

* Ein Absatz noch zu den Disqualifikationen! Ausgangspunkt, Gesamtteilnehmer 5000m: Mit 84 Männer und 78 Frauen waren die Felder fast gleich groß, im Gegensatz zu beiden Wettbewerben der Straße, wo z.B. Disqualifikationen kaum auffielen. Allerdings, bei den Bahnwettbewerben aber schon! Denn auch die Quote von >12% („normal“ sind 5-8%) ist zumindest diskussionswürdig. Dazu sei noch gesagt, fast doppelt so viele Männer! Klares Verhältnis von 13 zu 7! Unter den Disqualifizierten sind ua David Tokodi, HUN, M35, Gold 20km, Krzystof Czierski, POL, M45, Gold 20km, Silber 10km und Tomasz Lipiec, POL, M55, Gold 20km, Gold 10km! Damit die drei Erstplatzierten der 20km! Das schon Minifeld von nur 8 Startern beim letzten Wettbewerb der Geher, um 18.15Uhr wurde aus meiner Sicht zum klaren Eklat, weil bis 19Uhr nur noch 5 Geher in das Ziel kamen! Ohne Qualität der Athleten oder der Gehrichter anzuzweifeln, wenn in der M55 der Sieg in knapp 29min „weg geht“ oder man Bronze über 30min erhält, bei nur 5 Personen auf der Runde, noch dazu sichtbar, das hat dann doch etwas von Geschmäckle, oder?

* Morgen hoffentlich, können wir mit der Medaillenübersicht und unserem WM-Abschluß dieses Kapitel dann schließen?

* Am 1.9., dem Weltfriedenstag, standen die Frauenwettbewerbe über 5000m Gehen auf dem Programm! Bevor wir uns mit der Überschrift beschäftigen möchten wir die beste !! Geherin Deutschlands aber würdigen, die in der W60 alle Titel abräumte und mit 3x Gold zu den besten Athleten der WM in Daegu zählt! Mehr geht nicht. Gudrun Klose erreichte mit dem 8.Platz in ihrer AK das beste Ergebnis ihrer Starts.

* Kommen wir zur Überschrift! Der 5000m-Wettkampf war der letzte und beste Beweis dafür, in diesen AK geht es mächtig voran! Der Maßstab sind nicht mehr Maria Briz, ESP oder 3. W75, Claudine Anxionnat, FRA, 5. W75 oder Heather Carr, AUS, 6. W75! Vor den bekannten Damen trugen sowohl in der W75 als auch W80 die Frauen je 2 faszinierende Duelle aus, die der künftige Maßstab sein werden. Alle aus dem englischen Sprachraum, über viele 1000-de Kilometer getrennt, sie sind jetzt der Maßstab.

* Was ist „darunter“ noch zu vermelden? In der W55 fehlten diese Länder meist (noch), nur bekannte europäische Namen. In der W50, überragend, Lenka Borovickova, CZE, wir berichteten, holte sogar Silber! In der W35-W45 sagen nur 12 Teilnehmer eigentlich alles, über die drei AK! Großer Zweikampf um die „Herrschaft“ über alle 3 Strecken! Nun ging es sogar bis auf´s Zehntel! Macht euch selbst ein Bild! Aus diesem Grund stellen wir euch auch ALLE MEDAILLENGEWINNER zum EIGENEN Vergleich unter den Besten hier ein: