* Mit diesem, unseren Thema sollten wir uns ab und zu beschäftigen! TECHNIK, TERMINE und TECHNIK vielleicht sogar gleich 2x? Mit der Problematik unser Gehtechnik, Erfassen, Sehen, als Aktiver, Gehrichter oder Zuschauer ERFASSEN und WERTEN möchte ich mich in diesem Extrabeitrag aus gegebenen Anlaß beschäftigen. Oder zumindest versuchen?

* Meine Grundeinstellung: GEHRICHTER SCHÜTZEN DIE GUTEN VOR DEN UNSAUBEREN! Unterlegt wurde diese Basis durch Ausführungen von Palle Lassen, Dänemark, damals Vorsitzender der Gehsportkommission der IAAF, den ich bei dem richtungsweisenden Gehsportseminar am 17./18. April 1985 LIVE erleben durfte. Das Gesamtkonzept seiner Überzeugungen lebe ich aktuell noch. Natürlich hat sich viel getan! Nun schaue ich aus heutiger Sicht auf die damaligen Grundsätze! Ganz schön streng! Denn er formulierte: Technik bringt nichts. Nur dieses menschliche Auge mit seiner natürlichen, verzögerten Wahrnehmung garantiert den Erhalt unseres Sports, des Gehsports! Deshalb auch sein Einsatz gegen die Zeitlupenaufnahmen und als Erklärung, das verzögerte Wahrnehmen von ca. 25ms!

* In den 46 Jahren seither habe ich viel erlebt. Sinnloses und Sinnvolles! Am meisten nach vorn gebracht, Erhalten gefördert etc. hat uns dabei das qualifizierte System der Aus- und Weiterbildungen aller Gehrichter! Dieses Optimieren hat uns entscheidend weiter gebracht und optimiert! Die Versprechungen der Technik hatten uns bisher nicht weiter gebracht! Doch nun ist ein Standard erreicht, der die Idee Wahrheit werden lassen kann! Ein Chip, ja, der wirklich genau den fehlenden Bodenkontakt messen kann. Kein teurer Schuh oder eine bestimmte Sohle, was uns am Ende unnütze Jahre brachte!

* Ausgangspunkt neuer Diskussionen war die Meinung Carl Dohmanns, bei seinem Berichterstatten in Birmingham, die Geher hätten 4ms keinen Bodenkontakt, was mein 1. Aufreger war! Zum Glück revidierte Carl seine Aussage schnell! Hatte im Hintergrund mit Jens Grünberg einen Kontakt und er verbesserte sich auf 40ms! Der 2.Aufreger! Das widerspricht meinem ganzen gelebten Geherleben, aber ein international anerkannter Gehrichter, der lebt ja nicht wie ich in seinen alten Vorstellungen, sondern wird ja alle wissenschaftlichen Aussagen und die erlebte Praxis doch richtig darstellen können oder nicht? Wie bekomme ich meine Aufreger vom Eis! Mit wissenschaftlicher Recherche!

* Zuerst suchte ich natürlich nach einer Bestätigung für mein GEHER – LEBEN! Also der Version von Palle Lassen, siehe vorher. Dort fand ich, wichtig für mich, das Folgende:

A) Das Erleben unserer Wahrnehmung hinkt der Wirklichkeit um > 0,1s hinterher. Also über 100ms! Denn alleine die reine „Bildverarbeitung“ dauert 80 – 100ms! Wenn man da noch berücksichtigt, es dauert auch, bis unser Gehirn die Augen überhaupt ansteuert, immerhin 150 bis 300ms! Dann war aus heutiger Sicht Palle Lassen mit seinem Anspruch damals wirklich sehr streng.

B) Kommen wir nun zur aktuellen Wissenschaft und den vielen Daten von untersuchten Sportlern, dokumentierten Wettkämpfen. D0rt nähern wir uns den Aussagen von Jens Grüneberg! Denn die biomechanischen Studien zum Thema beweisen aktuell, es sind 30-40ms! Z.B. ergaben Messungen, bei Stabilisierung des Reflexbogens im Rückenmark 30-50ms! Und die Neuronale Latenz vom Auge über Sehnerv ins Sehzentrum des Gehirns 50-80ms! Dazu noch die kognitive Verarbeitung und die bewußte Interpretation! Dann sind wir schon bei 150-200ms!

C) Die Schlußfolgerungen für mich: Es kommt immer noch auf das geschulte Auge der Gehrichters an! Palle Lassen war seiner Zeit weit voraus! Um die Zeitlupen im Fernsehen zu verhindern und damit den Gehsport zu diskreditieren, wählte er die zur damaligen Zeit bekannte geringste Zeit aus! Ein zum großen Teil gelungener Schachzug bis heute. Die körperliche Reaktion (Sakkade), also das „reine“ Erfassen durch das Gehirn von 20-25ms und wählte den höchstmöglichen Wert. Denn allein die Dauer der Augenbewegung dauert 20-40ms! Da ist das GESCHULTE AUGE! Und ich habe für mich den Spagat! Kann den sogar noch etwas „Öffnen“! Weil die Latenzzeit/Sehrinde visuell evozierter Potentiale zumindest 20-30ms entspricht. Kommt jetzt der Chip für den Menschen? Dann muß man Sicherheiten für die besten Sportler etc. einbauen. Da die heutige Generation in der Spitze sowieso auf Risiko getrimmt wird und mit der Pit Lane noch eine Abschwächung des Risikos DISQUALIFIKATION erfolgte, wird man den Chip technisch wohl auf 40 bis sogar 50ms einstellen. Ob wir als Geher überhaupt „überleben können“ oder nicht.

D) Nun ganz kurz zum aktuellen Stand der heutigen Situation technischer Nutzung! Bei den tschechischen Meisterschaften in Karlovy Vary kam es zum Eklat! Nicht in Bezug zum Chip, der immer noch in der Erforschungsphase steckt. Nein, die Veranstalter nutzten das digitale Erfassen der Disqualifikationsanträge und scheiterten komplex! Ich hatte die Angelegenheit mehrfach beobachten können und auch gelobt! Leider erzeugte die App großen Wirbel und wieder schlechte Optionen und beförderte die umstrittenen Positionen in der Gesellschaft, das Gehen abzuschaffen! Zumindest aus den großen Events zu entfernen. Schade. Wir werden noch kurz zu Karlovy Vary berichten.

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