Und das Ehepaar Talcott aus den USA hinterläßt Spuren. Zuerst waren sie von der ewigen Stadt Rom hin und weg! Die 38-jährige Erin Talcott geht in die Geschichte ein. Die ersten offiziellen 50km des Weltverbandes IAAF. Wir berichteten über die Zulassung. Und dann durfte sie starten… bei der ersten Team-WM der Geher im 50km-Feld der Männer. In Naumburg am letzten Wochenende habe ich sie persönlich gesehen. Konnte auch die starken 1:48h ihres 56-jährigen Ehemannes Dave Talcott bewundern (101 Punkte!). In Erfurt gab es dann am nächsten Tag unerwartete 4 Stunden Aufenthalt. Schade, nur 4 Stunden! Am Wochenende zur „Erfurter Stunde“ wären sie ein guter Werbeträger gewesen. Aber die beiden wollten weiter, über Brüssel ging es nach Namur:

160525 Namur BestofAuch Deutsche waren in Belgien. Der Beste, Malte Strunk, Alemannia Aachen, freute sich über seine gute Leistung und das toll besetzte Siegerpodest:160525 NamurUnd nun sitzt das amerikanische Ehepaar schon wieder im Flieger. Es geht weiter nach160526 Talcotts a.d.Weg n.Spa Spanien (siehe Foto). Dort gibt es am Samstag den 29. Grand Prix von La Coruna. Ein Event! Zählt u.a. für die IAAF-Race Walking-Challenge, wo es Geld zu verdienen gibt und einige Sportler auch noch einen Leistungsnachweis oder eine Bestätigung für Rio brauchen und wir werten den Wettkampf in Spanien für die EUROPA-Challenge. So sei dem Ehepaar auch verziehen, nicht in Erfurt geblieben zu sein. Da geht es „nur“ um den Jugendcup des DLV, wo so wohl etwas zu alt dafür sind und die Deutschland-Liga 2016. Uninteressant ebenfalls, da sie keinem deutschen Verein angehören. Wir sind trotzdem gespannt. Auf beide Wettkämpfe kommendes Wochenende…. und berichten!

160521 WK mehrereAuf der Suche nach 100 Punkten wird man erstaunlich oft fündig. Hättet ihr das gedacht? Überall am Wochenende starke Auftritte auch auf der Bahn. Schaut mal, was da Senioren so alles anstellen! Man muss also nicht in Portugal sein.

Beim Stöbern kam verdammt viel Optimismus hoch. Man ist nicht auf manches Gegenwärtige angewiesen… Der richtige Gehsportler findet nach wie vor seine interessante Beschäftigung, seine Freude am Vergleichen. Wenn es denn HIER nicht geht,  dann gehen wir eben DA… !

11. Juni Bühlertal ! Die Athleten, die an den Deutschen Meisterschaften auf der Bahn teilnehmen wollen, kennen selbstverständlich den Termin. Und die anderen? Der Ausrichter bietet für alle Athleten von 8 bis 80 Wettkämpfe an. Man freut sich über jeden Teilnehmer. Und alle Trainer, Übungsleiter sollten wissen, das geschieht in Deutschland drei Mal im Jahr, zu den DM Straße I und II und zu den Bahnmeisterschaften. 3x ! Hier können alle, auch der Nachwuchs zusammen mit der Elite und den alten Haudegen bei einem Wettkampf, manchmal sogar in einem Wettbewerb starten. Ist das was? Überlegt es Euch.

160611 RahmenDer Wettkampf zählt auch für die Deutschland-Liga und die EUROPA-Challenge 2016.

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Mangels Interesse ist das Permit Meeting in Dublin am 18. Juni (auch ein Wertungs – Wettkampf der EUROPA-Challenge) jetzt abgesagt worden. Damit fällt auch der Mehrländerkampf der sogenannten kleinen Länder aus. Schade.

Das ist die Reihenfolge in der Spitze bei unserer vorgenommenen Wertung der Naumburger Ergebnisse für die DEUTSCHLAND – LIGA 2016. Die ersten drei Teams kamen z.T. deutlich über die 400 Punkte – Marke.

DL06 NbgGenau die 10 Athleten mit 100 und mehr Punkten umfaßt unsere „deutsche TOPTEN“ von Naumburg. Verdient gehen die Siege in der Einzel- und Teamwertung für die LIGA an Potsdamer Athleten. Naumburg bleibt mit über 300 Rating-Punkten sicher in unserer Wertung bei den sehr guten Gehsport-Veranstaltungen in Europa.

Noch lohnt ein Blick auf die Seite der EM Senioren in Portugal nicht! Alles ist seit dem 21.5.160521 Villa44 immer noch inoffiziell. Also werden wir in der Konsequenz auch mit unseren Berichten warten.

Wie auf dem Bild Bernd Hölters bei den 30km auf Erfrischung und neue Kräfte wartet. Geduldig wartet auch Georg Hauger und schreibt: „Hallo Udo, von einer 30km – Team – Medaille Mannschaftswertung, alte Herren, M55 mit Höhne, Hölter, Hauger, da weiß ich nichts. Wir sollen wohl Vierter gewesen sein?  Aber in dem Auswertungschaos dort war und ist da gar nix sicher. Es waren auch noch am Sonntag immer noch keine Ergebnis-Listen vorhanden…!“ Nur der Dritte, Christoph Höhne, mit der ganzen Erfahrung seines langen Sportlerlebens bleibt äußerlich gelassen und harrt der Dinge. Hö-Hö-Ha, unterschiedlich da…

Unsere 3 H´s !

Der Mann vor Ort und derjenige, der dran bleibt, ist jetzt Karl-Heinz Flucke. Er kannte die Details vor Ort, alles mit Runter-Melden etc. und wird jetzt nicht ruhen, dass unsere 3 H´s noch zu ihrer verdienten und schwer erkämpften Teammedaille kommen werden.

160520 Villa05Karl-Heinz Flucke wird das jetzt im Interesse unser 30km-Kämpfer klären. Hier im Gespräch mit Alfons Schwarz, der sich als M60-er voll in den Dienst der Mannschaft stellte und dann in der M50 auch mit einer Medaille belohnt wurde.

Wir warten also weiterhin geduldig.

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Diese Vereine könnten mit weiteren Leistungen noch in die TOP 18 aufsteigen…DL VerfAufgrund der Ergebnisse von Naumburg konnten sich vor allem der SC Potsdam I und der Erfurter LAC nach vorne schieben. Jedoch hat die Reihenfolge nach der Hälfte der 2016 in die Wertung kommenden Wettkämpfe nur eine vorläufige Aussage. Die Deutschland-Liga ist längst noch nicht entschieden. Am kommenden Wochenende schon wartet auf die Geher das Kaufland-Dach in Erfurt mit dem DLV-Jugendcup und der „Erfurter Stunde“, vielleicht auch mit einigen Naumburg- und Portugal-Startern? Wir würden uns freuen.

Denn die Geherfamilie hat es wieder getroffen! Hans-Werner Geiss aus Otterberg ist leider Geiss, HWviel zu früh, am Samstag gegen 22 Uhr nach schwerer Krankheit verstorben.

Hans-Werner hatte Ende der 60-er als Trainer und Funktionär mit dem Gehsport begonnen. In Otterberg und in der Pfalz wurde durch ihn das Gehen bekannt und richtig groß gemacht. In den starken Hochzeiten, Anfang der 80-er Jahre, war mit und durch ihn der SV Otterberg ein Gehsportzentrum in Deutschland. Und bis zuletzt war ihm das Gehen wichtig. Er war jedes Jahr Ausrichter verschiedener Veranstaltungen bzw. als Gehexperte immer gefragt. Seine Art des Umgangs mit den Dingen und den Menschen, seine Veranstaltungen, all das war in Geherkreisen sehr beliebt. So wichtig wie das Gehen, so wichtig war ihm aber auch die Statistik. Hans-Werner war über 50 Jahre für die Statistik in der Westpfalz verantwortlich, zuerst mit Karteikarten und Schreibmaschine, später mit dem Computer. Kaum war die Saison beendet, war kurz darauf schon die aktuelle Bestenliste verfügbar.

Der SV Otterberg, das Gehen und die Westpfalz verlieren einen Menschen mit Herz, Engagement und Verstand. Hans-Werner Geiss wurde 68 Jahre alt.

Mittlerweile liegen dank der fleißigen Arbeit der Verantwortlichen alle Daten zu Naumburg vor. Wir widmen uns als Zweitem, nach der Gesamteinschätzung, dem Rennverlauf des spannenden 20km – Wettbewerbes:

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1 – 5km: Nachdem alle aus den Büschen kamen, der Start vollzogen werden konnte, legte der Bekannteste (außer Tallent, der nur Pacemaker spielte) aller Athleten, Eder Sanchez, Mexico, einen Tag nach seinem 30. Geburtstag los wie die Feuerwehren Australiens bei Ausbruch eines Buschbrandes. Was hatte der an diesem Tag vor? Nach Dudince, 1:24:53h, dann Rio Maior 1:24:15h und Taicang 1:23:21h in Naumburg schon sein vierter Zwanziger 2016? Doch noch ins Nationalteam für Rio…? Doch weiter als 12 Sekunden ließen ihn die anfangs 9 Verfolger in einem Ausscheidungsrennen nicht entkommen. Vom Ausscheiden betroffen war auch Einer der drei Deutschen in der Verfolgergruppe. Carl Dohman musste schon vor KM 3 abreißen lassen. Bei KM 5, als auf den vermeintlichen Podestplatz der DM Jonathan Hilbert vorstieß, stieg er bei 20:52min., wohl vom überstandenen Grippeinfekt noch geschwächt, auch zu seiner eigenen Sicherheit aus.

6 – 10km: Die anderen beiden Deutschen? Hagen Pohle macht ab KM 5 trotz der Phalanx von vier Mexikaner mit Tempo. Auch, weil Christopher Linke abreißen ließ? War das schon ein Vorentscheid um den DM-Titel? Christopher folgt in Entfernung eines guten Kugelstoßes über 2km den Verfolgern. Blieb dran. Wie unsere Analyse zeigt, war ihm da das Tempo wohl ein „Müh“ zu hoch? Während erste Athleten ausstiegen oder disqualifiziert wurden, gelangte die Spitze in „gewohnter“ Zwischenzeit (39:30 bis 40:30) zur 10km-Marke.

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Und was war im Hinblick auf den nun vakanten DM-Podestplatz los? Hilbert kam bei 10km als Dritter mit guten 42:18min. durch, ließ auf das Bestätigen der Podebrady-Leistung hoffen. Ca. 30s dahinter gingen Nathaniel Seiler und Andreas Janker nach KM 9 getrennte Wege.

11 – 15km: Ab KM 12 fiel dann die Verfolgergruppe nach mehreren Angriffen endgültig auseinander. Horacio Nava investierte am meisten und wurde belohnt. In seinem Schatten folgte Linke, der nach KM 12 die Frage nach dem 20km-Meister 2016 deutlich beantwortete. Bei KM 15 standen die ersten Drei fest, die Reihenfolge nicht. Dahinter das Duo Pohle mit Ricardo Ortiz Rivera, dem dritten Mexikaner. Janker konnte den Rückstand zu Hilbert auf diesem Abschnitt von 36s auf 18s halbieren. Psychologisch wichtig. Vorn schloß Nava, ein 34-jähriger Oldie, eigentlich Fünfziger!, im besten 20km-Wettkampf seines Lebens bei KM 14 auf den führenden Sanchez auf. Ganz großer Sport! Denn nur 6s folgte dicht dahinter unser Christopher.

16 – 20km: Das Finish! Für Spezi´s ein Traum. Bei KM 16 hattte Nava seinen Vorsprung zu Sanchez auf 11s ausgebaut, weitere 8s dahinter Christopher. Er zeigte endlich wieder seine besonders 2012-14 vermißte mentale Stärke. Aus der Konzentration auf die 20km schöpfte er auch in Naumburg seine Kraft. Es folgten Pohle und Ortiz, sie trugen den Kampf um Platz vier aus. Trotz aller Hoffnungen blieb es beim Abstand Nava zu Linke von 18 bis 20s! In der Statistik (siehe oben) war Christopher sogar knapp Bester des letzten Viertels. Entschieden wurde der Sieg bereits auf dem KM 15, als sich Nava mit einer 4:02-Rakete von Sanchez deutlich absetzte und Christopher in seinem Sog nur 4:18 schaffte. Das Duell um Platz vier verlor Kämpfer Hagen gegen Ortiz, letzter KM in 4:05 !! deutlich. 100 Meter vor dem Ziel war der letzte Tropfen Sprit alle. Nur mit letztem Kraftakt gelangte Hagen über die Ziellinie. Die 4:29min. deshalb. Mit Silber. Der Kampf um Bronze bei der DM war bereits 2km vor dem Ziel entschieden. Aus 50s Rückstand bei KM 14 machte Andreas Janker bei KM 19 bereits 30s Vorsprung und überraschend Bronze. Jonathan Hilbert verspielte auf den letzten 5km seine gute Anschlußleistung zur Spitze völlig. Fünfter Nathaniel Seiler in 1:29:22h. Nicht lachend. Aber endlich 2016 einen Wettkampf ordentlich zu Ende gebracht. Verständnis! Denn das erstes Männerjahr ist schwer.160522 Nbg22

Zufriedene Blicke auf dem Siegerpodest INTERNATIONAL, 20km Männer, es folgt INTERNATIONAL, 20km der Frauen:160522 Nbg24

Von links: Claire Tallent, Australien, Agnieszka Dygacz, Polen und Laura Polli, Schweiz.

Frauen: Hier ist die Geschichte des Wettkampfverlaufes schnell erzählt. Claire Tallent hatte in ihrem Ehemann einen wunderbaren Pacemaker dabei. Vom ersten Meter auf Tempo in Richtung <1:31h gedrückt, 5km bei 22:29min. passiert. Doch mit Durchgangszeit 22:40min. lauerte dahinter schon Agnieszka Dygacz, Polen. Klar auf dem dritten Platz, Laura Polli, Schweiz. „Alle“ wollen unbedingt nach Rio. Ihr letzte Chance? Mitbewerber im eigenen Land gibt es genug. Claire aktuell nur die Nr. 4-5, Agnieszka, nicht mal das, verletzt, in Dudince und Rom waren in breiter Front andere Polinnen berücksichtigt. Aber! Das mit vollem Ballett angetretene Frauenteam in Rom patzte. Kein Ergebnis, Golba in 1:33 noch 30., Zdzieblo in 1:35 noch 49. Die hoch gehandelte Szwarnog gab auf, Budziak und Kapera zum Schrecken aller Polen disqualifiziert. Das gab Agnieszka neuen, zusätzlichen Auftrieb. Konzentriert blieb sie bei Halbzeit noch unter den magischen 45min.! (Claire im Familienverbund 45:44), um über 1:07:31h bei 15km das hohe Ziel, <1:31h, mit 1:30:27h noch zu toppen! Nicht bei TOP-Wetter und vor allem ALLEINE! Deshalb außergewöhnlich. Ja,…: „Housten, wir haben ein Problem!“ Die polnischen Verantwortlichen auch, …ein Positives.

Und die Deutschen? Außer der Titelverteidigerin, Lea Dederichs (2015: 1:41:40) mieden die schnellen Seniorinnen dieses Jahr die Langstrecke. Es ist aber eine Mär, dass Senioren in Massen in Portugal weilten! Nach 1:41:53h von Podebrady bestätigte sie in Naumburg mit 1:42:13h und guter Tempoeinteilung ihr aktuelles Leistungsvermögen. Die Zeit deutlich unter 1:40h verlangt immer noch ihren Respekt. Dank der beiden Niederaichbacherinnen Maria Unterholzner und Franziska Spanner wurde der DM-Wettbewerb nicht zur absolten Farce. Mit der erst 19-jährigen Pauline Barz wurde aus Thüringen eine junge Sportlerin auf diese Distanz geschickt, die erst gut 1 Jahr Gehen betreibt, entspechend ihrer AK mit Gleichaltrigen eigentlich nur die Hälfte der Distanz bewältigen sollte. Nur, da waren ja schon die schnellen Potsdamer- und Berlinerinnen auf den Medaillenrängen sicher. Also, statt erst mal die 10km mit möglichen 53-54 Minuten aufbauen, mit Platz 4 eine Perspektive zeigen, wurde der schnelle Erfolg und der kurze Rausch der Medaille gesucht (und bei der Beteiligung auch gefunden). Ob das gut für Paulines Zukunft ist?

(Sonderabschnitt Thüringen:) Es scheint dem Thüringer Landesverband egal, wie all die Verrauchten und Verbratenen der letzten 12 Jahre. Nur der Moment, die Medaille zählt. Anfänge beim Test in Reichenbach vor vier Wochen waren wirklich gut. Nichts zu meckern. Hoffnung stirbt zuletzt. Neue Leute. Gute Grundlage aus dem Laufbereich, noch etwas frisch in der neuen Technik. Und dann aber…, wieder richtig KONDITIONIEREN! Immer drauf. Kein Respekt vor Langstrecke. Jemand wird für 20km gemeldet, soll dann schnell einfach die 50km mal durchgehen…! Hat ja eh technische Probleme. Immer drauf! Wie lange noch? WER ZÄHLT ALLE DIE TALENTE MAL AUF UND NACH? Und die von woanders her Kommenden technisch Versierten werden lustlos kaputt gespielt. Schaut mal genau hin. Nun hat es wieder einen getroffen, wieder ein Riesentalent, Max Wilhelm hört auf, nach 1 1/2 Jahre dort. „RICHTIGER SPORT“, das hatte der Leistungssport-Beauftragte den Eltern eingeredet, alles vorher war nur pille-palle…! In diesen Momenten schäme ich mich, dem Thüringer Landesverband anzugehören.

Und so brauchen wir uns um den aktuellen Gesamtstand des Gehsports in Deutschland nicht zu wundern. Unser Naumburg hat alles wieder einmal beschönigen können, für ein Wochenende, ein Top-Event organisiert und sich mit guter internationaler Beteiligung als TOP-Veranstaltung selbst retten können. Dazu in der Gesamteinschätzung mehr.

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