* Was für ein verrückter Wettkampf! In so vielerlei Hinsicht. Man konnte förmlich diese „angezogenen Handbremsen“ riechen! Das eine Woche lang intensiv Aufgebaute (nach den Qualen über 35km) nicht durch die „plötzlichen Ergebnisse“, die jetzt Frauen (Starts: 7:30Uhr zu 9:56Uhr) erreicht hatten, wohl nicht mehr verarbeiten?
* So blieb anfangs alles im üblichen Rahmen. Nach 1km übernahm Dominik Cerny, SVK, die Rolle eines Vorreiters, turnte ein paar Meter vor der „Meute“ rum und verabschiedete sich locker mit Kamera – Winken bei 5km in 20:17min! Und auch „normal“ die Initiativen von Yamanishi, JPN und Bordier, FRA, obwohl es dann schon <4min/km wurde und man 10km nach 40:04min (2.Abschnitt 19:47!) erreichte.
* Allein die Platzverschiebungen, siehe auch folgende Tabelle, phänomenal und einfach unbegreiflich. Bordier, FRA, McGrath (Dominator km9 bis km13 und km16-km18,5) und Yamanishi, JPN, zeigten klar ihren Siegeswillen! Doch Bonfim, BRA, kurz bei km14 und ab km18,5 auch! Das äußerst deutlich. Zum km14 testete er das Feld mit 3:50min/km, „ließ sich anschließend zurückfallen“, knallte dann noch mal 3:36min/km19 und 3:34min/km
vom 4. Platz (17s Rückstand) auf Platz 1 vor! Auch die Gehrichter ließen es zu, heute war heute er nun einmal der Beste! Meinen ganz großer Respekt verdient der Mut und die Entscheidung für zwei unterschiedliche Strategien beider Franzosen! O-Ton, Fernsehen: Dort „kommt EINER überraschend von der Kurzstrecke…“ ich hatte hier berichtet, warum Bordier sich die Rekorde von Diniz auf der Kurzstrecke vornimmt. Was beide über 20km an diesem Tag leisteten! Herausragend!
* Ja, Reporter waren heute nicht so gut wie vor einer Woche. Schade, sie fingen wieder mit bekannten Sprüchen über das Gehen an. 1x im Jahr damit beschäftigen und gleich Vorschläge machen. Besonders amüsant die Idee, bei jeder!!! gelben Kelle gleich 50 oder 100m Strafe zu gehen. Den Unterschied zwischen Kelle (Verwarnung als HINWEIS) und einen Antrag auf Disqualifikation will/wollen sie nicht begreifen. Das die „pitlane“ ein Fortschritt ist, denn nun müssen VIER Richter einer Disqualifikation zustimmen, nicht nur drei, wird nicht vermittelt, geschweige denn, begriffen.

* Diese Abschlußsätze sind für unsere beiden Deutschen. Sie haben sich gut „verkauft“, ordentlich! Leo immer kurz hinter dem noch erfahreneren Christopher, vielleicht doch 5% zu passiv, auf seine starke Endbeschleunigung vertrauend? Wir kommen zum Anfang der Beiträge zurück. Wie sehr hätte Leo sich gefreut, 1x im Leben unter 1:20h gehen zu können. Verständlich! Da beginnt die Weltklasse. Aber nach dem Vorerlebten war das für diesen Tag in Tokyo für 20km überhaupt nicht geplant (geschweige von noch möglichen Ressourcen in einem richtigen Team)! Mit seiner passiven Strategie ging es bis auf 35s an seinen Traum ran, heut für ihn! Und Christopher? Nach seiner persönlichen Zielstellung, maximal 8.Platz möglich, ist sein Abschneiden in Ordnung. Ich kann mir vorstellen, wie es in ihm aussieht! Nur zwei Plätze fehlten und 12 Sekunden besser wäre dann mit 1:19:59h auch die ganze Welt für ihn in Ordnung!