* Die Weltmeisterschaften von Tokyo 2025 sind Geschichte! Was sie dem internationalen Gehsport so gebracht hat, das werden wir sehen? Nun heißt es Abschied nehmen! Dabei gleich von zwei Strecken: ERSTENS! Den wenig geliebten 35km mit ihrem kurzen Harakiri-Höhenflug! Bevorteilen der 20km – Geher und Riesen-Leistungentwicklung in der kurzen Zeit des Bevorzugens dieser Strecke mit dem fulminanten Untergang durch die Kreation des Race Walking – Mixmarathon. Zum Glück auch aus der trainingsmethodischen Sicht gekanzelt, wird das zukünftig durch einen „Geher – Marathon“ ersetzt. Aber nur bei WM und Kontinentalmeisterschaften. Die „Langstrecke“ ist bei Olympia für lange Zeit (immer) verpönt. Dafür kommt die Sprint-Mix-Staffel in das Programm von Los Angeles 2028!
* Geschickt wird in die Hirne der Menschen folgende Mär „geimpft“: Mit dem Marathon-Gehen wächst so die Vergleichbarkeit mit dem „richtigen“ Marathon. Der Gehsport wird dadurch einen Aufschwung erleben! Was für ein Schwachsinn! Wenn man pragmatisch der Sache etwas abgewinnen kann, dann: Mit jedem Kilometer länger wächst auch der Unterschied der beiden internationalen Strecken (dementsprechend unterschiedlich im Talent, Ausrichten des Trainings etc,). Anders gesagt: Mit diesen 42km kommen wir den geliebten 50km wieder näher! Sowie den unterschiedlichen Anforderungen. WARUM DANN ABER DER RIESENUMWEG ÜBER 35KM & MIXMARATHON! Warum das kurfristige Handeln ohne Perspektive, ohne Tradition? Im Umkehrschluß der große Verlust der selbigen…? Und, ich bin Pragmatiker – siehe vorher!
* ZWEITENS: Und das ist viel erheblicher! Ich bin mit den 20km aufgewachsen. Seit Olympia 1960 mit 10 Jahren weiß ich davon. Die 20km sind (waren) auch Pfeiler in dem „normalen“ Wettkampfsport aller Staaten der Welt, Teil der Regionalen Meisterschaften, der Masters-Welt! Wie kann man als WA (ohne Kriterien über den zukünftigen Umgang der Streckenlängen 20km plus?, 21,1km festzulegen) bei bestehenden Kontakten und Zusammenarbeit mit der WMA ohne Vorschläge für den „normalen Wettkampfsport U18 bis M/W80“ ohne Empfehlungen/Abstimmungen etc. mit den 20km umgehen? Auch hier bin ich Pragmatiker! Natürlich wird die Geherpokal-Punkttabelle um die beiden Strecken ergänzt und schon in Zittau am 25.Oktober angewendet! Und natürlich werden wir vom GEHSPORTNETZWERK immer das Beste für unsere Sache geben! Aber, wie weiter? Ob bei bestehende Ausschreibungen 20km zukünftig 21,1km zusätzlich erfüllt werden (können), wissen wir auch nicht. Was ist mit den Masters? Oder wird jetzt gar alles umgestellt? Wie wäre es mit Viertelmarathon statt 10km? Was wäre der Sinn? Fragen über Fragen! Und keine Langfristigkeit bei Orientierungen. Was könnte das sein?
* Für mich ist das heute meine Art von Nachruf auf eine wunderbare Streckenlänge! Als Freund der 50km waren die 20km immer eine SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT! Das wuchs ja um so stärker, als man für 1976 in Montreal die 50km aus dem olympischen Programm nahm! Die damalige IAAF reagierte anders! Führte die erste WM der nicht-olympischen Disziplinen durch. Ein 50km-Geher, Wenjamin Soldatenko, wurde 1976 in Malmö, SWE, erster Weltmeister der Leichtathletik (1 Millionen-Quizfrage bei Jauch). Ich habe das alles im Original erlebt! Auch die SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT der 20km! Insofern ist das alles für mich heute ein Nachruf – als Pragmatiker!
Du schreibst mir aus der Seele! Leider äußern wir damit in unserem Fall wieder Wünsche, die nur fromme Wünsche sind! Das heißt, wir beide beten irgendwie zu Gott! Aber leider beten und bitten wir nicht zu Gott! Auch wissen wir nicht, wer ERNSTHAFT hinter all diesen Wirrwarr steckt und VOR ALLEM!, mit welchen Absichten das passiert? Eine der Verschwörungstheorien lautet, das ist alles gewollt, um das Gehen zumindest bei Olympia ganz abzuschaffen. Im Gegensatz zur Entwicklung 1972 bis 1976 stellt sich die WA nicht wie damals die IAAF zu 101% hinter den Gehsport! Das ist nun mal Fakt! Auch ich muß und will mich hier positionieren. Jeden Tag! Immer kompetent und nach allen Seiten offen bleiben. Deshalb habe ich auch eine, meine Meinung und darf sie frei äußern. Denn, es „geht“ ja immer weiter. Noch! Aktuell steht nach Palmisano, Italien, nun auch Perez, Spanien, auf und äußert sich kritisch! Als Doppel-Weltmeisterin 2025 fühlt sich sich als B-Ware! Das muß man erst mal sacken lassen! Was für ein Druck herrscht nun auf diese beiden? Hilft uns das weiter? Oder wird auch hier der große Teppich ausgerollt, um alles unter selbigen zu kehren? Fragen über Fragen. Im „kleinen Gehsport“ wie in der „großen Politik“!
Ich kann ueberhaupt nicht verstehen, wieso manche den Marathon als gerechtfertigt sehen, sich aber ueber den Halbmarathon echauffieren. Der O-Ton fast jeden Gehers „Man naehert sich den 50 Kilometern wieder an mit dem Marathon, waehrend der Halbmarathon eine langjaehriger Tradition kaputtmacht.“, ist absoluter Humbug und den haben auch deutsche Athleten in der Presse von sich gegeben.
Fakt ist: Die 50 Kilometer hatten eine Rekordhistorie! An dieser Strecke wird jetzt schon zum zweiten Mal „herumgewerkelt“. Warum kehrt man nicht gleich zurueck zu den 50 Kilometern? Dort stehen viele Rekorde seit vielen vielen Jahren, an denen man sich orientieren kann. Oder man bleibt bei den 35 Kilometern und laesst dort eine langjaehrige Rekordhistorie entstehen. Aber wieder eine neue Strecke einzufuehren, macht absolut gar keinen Sinn – das betrifft den Halbmarathon genauso wie den Marathon.
In den sozialen Medien liest man nicht selten Kommentare von wegen „Ja ja, die Geher, die sich jedes Jahr eine neue Strecke ausdenken, damit jedes Jahr aufs Neue Weltrekorde purzeln.“ – die Disziplin verliert durch die staendigen Aenderungen an Glaubhaftigkeit und der Marathon ist auch keine gute Loesung fuer die ehemaligen 50er, denn eine gute Loesung waere es gewesen, die 50 Kilometer wieder zurueckzuholen ins Programm: Und zwar nicht nur fuer EM und WM, sondern auch fuer Olympia – und nicht nur fuer Maenner, sondern auch fuer Frauen.
Werden aus den 800 Metern bald 1.000 Meter, um den 1.500-Meter-Laeufern entgegenzukommen? Oder gibt es bald einen 7.500-Meter-Lauf im Stadion, weil 10.000 Meter viel zu lang sind und man damit den 5.000-Meter-Laeufern entgegenkommt? Man koennte es beliebig oft durchspielen. Aber viel enttaeuschender ist es doch, dass Athleten im Alter von ueber 30 Jahren mit einer entsprechend langen Erfahrung im Gehen ihre Freude ueber die Einfuehrung des Marathons bekunden, anstatt sich oeffentlich gegen die Entscheidungen des Weltverbandes zu positionieren. Nun ja, viele Athleten sind leider zu Marionetten des Systems geworden.