Mittlerweile liegen dank der fleißigen Arbeit der Verantwortlichen alle Daten zu Naumburg vor. Wir widmen uns als Zweitem, nach der Gesamteinschätzung, dem Rennverlauf des spannenden 20km – Wettbewerbes:

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1 – 5km: Nachdem alle aus den Büschen kamen und der Start vollzogen war, legte der Bekannteste (außer Tallent, der Pacemaker spielte) aller Athleten, Eder Sanchez, Mexico, ein Tag nach seinem 30 Geburtstag los wie die Feuerwehren Australiens bei Ausbruch eines Buschbrandes. Was hatte er an diesem Tag vor? Nach Dudince, 1:24:53h, dann Rio Maior 1:24:15h und Taicang 1:23:21h in Naumburg schon sein vierter Zwanziger 2016? Doch noch ins Nationalteam für Rio? Doch weiter als 12 Sekunden ließen ihn die anfangs 9 Verfolger in einem Ausscheidungsrennen nicht entkommen. Vom Ausscheiden betroffen war auch Einer der drei Deutschen in der Verfolgergruppe. Carl Dohman ließ schon vor KM 3 abreißen. Bei KM 5, als auf den vermeintlichen Podestplatz der DM Jonathan Hilbert vorstieß, stieg er bei 20:52min., wohl noch vom überstandenen Grippeinfekt geschwächt, auch zu seiner eigenen Sicherheit aus.

6 – 10km: Die anderen beiden Deutschen? Hagen Pohle macht ab KM 5 trotz der Phalanx von vier Mexikaner mit Tempo. Auch, weil Christopher Linke abreißen läßt? Ist das schon der Entscheid um den DM-Titel? Christopher folgt in Entfernung eines guten Kugelstoßes über 2km den Verfolgern. Bleibt dran. Wie unsere Analyse zeigt, war ihm da das Tempo wohl ein “Müh” zu hoch? Während erste Athleten aussteigen oder disqualifiziert werden, gelangt die Spitze in “gewohnter” Zwischenzeit (39:30 bis 40:30) zur 10km-Marke.

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Und was ist im Hinblick auf den nun vakanten DM-Podestplatz los? Hilbert kommt bei 10km als Dritter mit guten 42:18min. durch, läßt auf das Bestätigen der Podebrady-Leistung hoffen. Ca. 30s dahinter gehen Nathaniel Seiler und Andreas Janker nach KM 9 getrennte Wege.

11 – 15km: Ab KM 12 fällt die Verfolgergruppe nach mehreren Angriffen endgültig auseinander. Horacio Nava investiert am meisten und wird belohnt. In seinem Schatten folgt Linke, der auch bei KM 12 die Frage nach dem 20km-Meister 2016 deutlich beantwortet. Bei KM 15 stehen die ersten Drei fest, die Reihenfolge nicht. Dahinter das Duo Pohle mit Ricardo Ortiz Rivera, dem dritten Mexikaner. Janker kann den Rückstand zu Hilbert auf diesem Abschnitt von 36s auf 18s halbieren. Psychologisch wichtig. Vorn schließt Nava, ein 34-jähriger Oldie, eigentlich Fünfziger!, im besten 20km-Wettkampf seines Lebens bei KM 14 auf den führenden Sanchez auf. Ganz großer Sport! Denn nur 6s dahinter folgt auch dicht unser Christopher.

16 – 20km: Das Finish! Für Spezi´s ein Traum. Bei KM 16 hat Nava seinen Vorsprung zu Sanchez auf 11s ausgebaut, weiter 8s dahinter Christopher. Er zeigt endlich wieder seine von 2011-14 vermißte mentale Stärke. Aus der Konzentration auf die 20km schöpft er auch in Naumburg seine Kraft. Pohle und Ortiz dahinter, sicher, tragen den Kampf um Platz vier aus.

 

 

Ausgerechnet an dem 22. Mai 2016 hatte Frau Sonne entschieden, mit warmen Strahlen ihresgleichen, nun den friedlichen Ostdeutschen einen richtigen schönen Sommertag mit Temperaturen bis 30,5 Grad im Schatten zu schenken! Bis ca. 10.30 Uhr hielt man das ja auch locker aus bei leichtem Windzug und im Schatten der schönen Allee, gesäumt mit starken Kastanienbäumen. Aber dann…? Beeinflußte es das Geschehen dann doch etwas, bis hin zu zwei Einsätzen der Schnellen Meditzinischen Hilfe. Und dem Ausfall von Teilen der Technik… Also, ganz schön was los in der Saalestadt beim immerhin 47. von Naumburg!

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9 Uhr in Naumburg. Keiner ist am Start! Erst strenge, fordernde Rufe brachten die Athleten dazu, für ihre 20 bzw. 50km unter den Schatten spendenden Bäumen hervor an die Startlinie zu treten.

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Und dann erlebte die 1km-Runde die geballte Stärke der 20km-Männer Mexicos. Hier im Bild, Sanchez ist schon enteilt, 49 Segura, 36 Nava, 20 Gonzales, 37 Ortiz und 18 Flores in geballter Front und mit Mauer vor den Deutschen Linke, Pohle und Dohmann. Damit ist schon der gesamte Charakter des Rennens erzählt. Und die Deutschen? Linke und Pohle konnten diesen auch mentalen Leistungstest bestehen. Nach dem Beweis als Bild nun die Daten kompakt:

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Eine Demonstration der Mexikaner in der Breite der Spitze, die Hälfte der TOPTEN! Vier Frauen und sechs Männer aus Mexico sind da präsent. Zwei der für Rio qualifizierten deutschen Männer konnten sich sehr gut in Szene setzen. (Wie schmal allerdings der Grat ist, wird auch unsere Analyse zur Team-WM zeigen, die wir diese Woche vielleicht noch veröffentlichen. Besonders bei den Frauen ist die Situation aktuell fatal!)

Bei der EM Straße der Senioren in Portugal hat nun alles ein “glückliches” Ende gefunden. Erst den schon engen Rhythmus Fr / So mit 10 zu 20/30km auf Sa / So geändert, kurzfristig dann auf Fr / Sa verschoben, hatte man gerade mal um die 30 Stunden Zeit bei Doppelstart, mit zweifalhaftem Ziel Verantwortlicher: MAN SOLLE SICH DOCH AUF EINE STRECKE KONZENTRIEREN (z.B. auch zum “Schutz” der Athleten), gab es dann bis gestern Abend auch noch nirgends!! eine Info. Nun ist alles spät, aber TOP!!! mit einer guten Darstellung der Teamergebnisse auf die Reihe gebracht. Schaut einfach mal bei der EMA rein. Hier die Top-Leistungen gestern auf der gnadenlosen Langstrecke:

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Die besten Deutschen waren, weiblich, Brigitte Patrzalek und Monika Müller, Groß-Gerau mit Ilona Kirchesch, Rhein-Wied, auf den Gesamtplätzen 28-30. Mit 2:22:42, 2:22:51 und 2:22:58h sicherten sie sich auch Team-Silber in der W50. Die Frauen der M70 holten in der Besetzung Klink, Molter, beide Groß-Gerau und Neidel, Leihgestern sogar die Team-Goldmedaille.

Bei den Männern waren unsere besten 30km-Gladiatoren Klaus Dietsche, Bühlertal und Helmut Prieler, Niederaichbach auf Platz 18 und 19 mit 2:54:11 bzw. 2:58:43h. Gemeinsam mit Alfons Schwarz, Bühlertal, gab es für sie auch die einzige 30km-Teammedaille für deutsche Männer, Gold in der M50.

Liebe Leute! Vor allem, die vor Ort waren, bitte habt Verständnis, wenn hier nicht alles so steht, wie ihr es erlebt habt. Beispiel Teammedaille M55 über 30km, wo andere drüber schreiben. Die ist aktuell im Protokoll (immer noch PROVISORISCH, nach DREI TAGEN!!) aber nicht vermerkt. Also kann ich darüber (noch) nicht berichten.

Matej Toth, der amtierende Weltmeister über 50km Gehen, garnierte die Veranstaltung nicht nur mit seiner Anwesenheit. Vor versammelten Publikum, versprach er, bis Rio wieder fit zu sein und gemeinsam mit den anderen Qualifikanten, wie Maria Galikova, dann das Beste in Rio de Janeiro bei Olympia für ihr Land zu geben!

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In der Heimat ein Volksheld! Einfach, normal! Ehrlich! Und, er parkte direkt hinter mir!

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Alle Athleten mit über 94 Punkten, hier in der Aufstellung! Dick Gnauck, ASV Erfurt, war gut drauf, schaffte 15:28min. (87 P., M50)! Damit wurde er Zweiter insgesamt bei den Senioren. Udo Schaeffer, ASV Erfurt, erreichte dieses Mal “nur” 16:30min. (93 P., M65) und wurde insgesamt Sechster.

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Alles ist in Hlohovec etwas anders, selbst hier der Start/Ziel – Bereich.

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Hier tanzen alle nach der Startpfeife des Weltmeisters! Auch dafür ist er sich nicht zu schade.

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Die Stimmung im Park ist etwas ganz besonderes…

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… nicht nur wegen der extra für die 1km-Schleife angelegten tollen Wende!

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Traditionell ein interessanter Wettbewerb, 2016 als 47. Zahoraska ausgetragen. Und wie immer waren internationale Gäste im gehsportverrückten kleinen Land des amtierenden Weltmeister über 50km, Matej Toth, gern gesehen. Matej fehlte an allen Ecken, wurde stark vermißt. An der neuen schnellen Strecke haben seine Erfolge von 2015 bestimmt großen Anteil.

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Die Starter von Rom, bei der Team – WM der Geher, starteten alle, übrigends bei beiden Wettkämpfen, in Borsky Mikulas und Hlohovec. Schon, um den Zuschauern und ihren kleinen Nachfolgern etwas zu bieten. Alles sehr gut organisiert und in Szene gesetzt! Die 36-jährige Maria Galikova, wohl im zweiten Frühling, Maria Czakova, Anton Kucmin, Dusan Majdan und Miroslaw Uradnik stellten sich. Auch der schnelle Junior Dominik Cerny, in Rom mit 42:07min. als 12. um einen Platz vor unserem Leo Köpp, wollte es allen zeigen! Hier auf dem kommenden Bild, mit Nummer 46, schoß ihm am Start aber wohl das Adrenalin zu stark in Kopf und Beine?

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Mit viel Aufwand, Liebe und Mühe war alles organisiert. Einen kleinen Einblick vermitteln diese Bilder:

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Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass der Wettkampf auf großes örtliches und regionales Interesse stieß! Danke Borsky Mikulas…, und bis zum nächsten Jahr, 2017! Auch wieder mit und in der EUROPA – Challenge!

Vor allem für das Starterfeld 20km hat sich das internationale Engagement gelohnt! Denn gerade einmal 14 Männer und 4 Frauen wollen am Samstag über 20km Gehen in Naumburg um Titel und Medaillen kämpfen. Diesen vorauszusehenden Casus haben die Organisatoren glänzend mit 45 internationalen Startern aus 20 Ländern “überspielt”. Unser Glückwunsch. Hier ein Einblick in unsere Arbeitsliste:

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NBG2

Die Sportler sind nach Geschlecht und Strecke nach Vereinen bzw. Ländern vorerfaßt. Außerdem können wir mit diesen Daten das zu erwartende Rating schätzen. Naumburg könnte es nach den “200-er Jahren” wieder deutlich über 300 Punkte schaffen. Dank internationaler Starter, immerhin 58 aus 25 Ländern. Voraussetzungen: Hohe Antrittsrate und nicht zu starker Temperaturanstieg bis Samstag Mittag. Sonst wird die Qualität vieler Leistungen etwas geschmälert.

Während die 50km ein echter “Gastwettbewerb” mit 8 Startern aus 6 Ländern ohne deutsche Beteiligung wird, sind die drei Meisterschaftswettbewerbe der Jugend über 10km der nationale Hingucker! Immerhin 22 der 26 Teilnehmer wollen um Titel und Medaillen kämpfen. Über 20km erwarten wir von unseren Rio-Qualifikanten keine Wunderdinge. Es geht um den Meister 2016 und darum die internationalen Starter zu Hause “in Schach” zu halten – immerhin 13 Mexikaner! Die “Familie” findet sich dann über 5km wieder! Hier wird aus der DM U18 mit 4 Mädchen über 5km durch 22 jüngere und z.T. viel ältere Sportler mit 28 Teilnehmern ein richtiges schönes Feld gestartet. 3km und 1km ergänzen die Gesamt-Teilnehmerschar. Von den 31 deutschen Vereinen, die Geher nach Naumburg entsenden, stechen bei der Teilnahme der SC Potsdam, LG Vogtland, SV Halle (je 11 Teilnehmer) und der ASV Erfurt (13 Teilnehmer) deutlich hervor.

Diese Vereine könnten für die Deutschland-Liga 2016 sogar zwei Teams in die TOPTEN bringen. Mit mindestens fünf Startern können das auch der Erfurter LAC und Lok Aschersleben schaffen. Während sich bei der Beteiligung eine deutliche Steigerung in der Teilnahme bei der Region BERLIN/BRANDENBURG ergibt, zeigt sich seit langem wieder einmal der diametrale Unterschied im Gehsport der neuen und alten Bundesländer – eindeutig nicht nur so stark gekennzeichnet durch die fehlenden Starter, die es zur NON-STADIA-EM der Senioren nach Portugal zieht. Aber das ist wieder ein anderes Thema…

Die vorläufige aktuelle Meldeliste findet ihr hier: —>   TEILNEHMER  NAUMBURG

Einen Lacher! – wenn die Situation nicht so ernst wäre, hätten wir dann auch noch bezüglich der Meldungen zu den gleichzeitig ausgetragenen Mitteldeutschen Meisterschaften. Sinn, Wertschätzung etc. werden so wirklich ernsthaft in Frage gestellt. Unsere Teilnehmerliste hat alle mitteldeutschen Medaillenchancen hier erfaßt! Leider hat aber wohl nur der ASV Erfurt dazu auch richtig gemeldet? SV Halle wohl nach erstem Schauen “nachgemeldet”? Hier traf bestimmt Generation Iphone auf praktizierende Analphabeten oder was waren Gründe für das Nicht-Melden? Absicht? Bestimmt nicht! Zusätzlich Geld zahlen? Ausdrücklich nicht! – siehe Meldebestimmungen für Naumburg! Ein klein wenig Zeitaufwand für (die… zweite) Meldung? Wäre noch erträglich… Also, was war es? Was ist es? Warum machen wir es und uns so schwer? Warum ehren wir das Ehrenwerte nicht? Oder lassen z.B. jetzt Kinder, die besser sind als andere, nicht für das Podest zu? Fragen über Fragen, die wir hier nicht beantworten…! Aber anregen schon!

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Eine interessante Veranstaltung in der Nähe! Die dritte Wertung der Tschechen für die EUROPA-Challenge (neben Podebrady am 9.4. und Prag am 15.10.)! Gelegenheiten für Starts in Mitteleuropa gibt es damit genug. Auch für den Nachwuchs… Wer kommt mit?

Hier geht es zur pdf – Version: —>   160604 Rumburk

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Wohl das Gehsportereignis 2016?

Es kann sogar die Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen übertreffen, in der Quantität auf jeden Fall. Denn hier sind Teams gefragt! In Rio werden drei Olympiasieger gesucht, die dann für vier Jahre der Champion sind, den Titel Olympiasieger für immer tragen

In Rom werden die stärksten Teams gesucht, in jeder Disziplin und über alle Disziplinen hinweg! Welche Länder dieser Welt schaffen es überhaupt, je 2 Junioren M/W und je 3 Athleten 20 km M/W und über 50 km ins Ziel zu bringen? Das ist die große Frage, die Sonntag Mittag beantwortet ist. Und wo aus die stark auf Einzelkönner fokussierten drei olympischen Disziplinen für einen Moment die Großartigkeit und die Basis für Spitzenleistungen in einem Land präsentieren können.

Deutschland steht nicht immer hinter dieser Grundidee! Letztmalig 2004, vor 12 Jahren in Naumburg, hatte man versucht, dieser Grundidee wenigstens in der Mannschaftsaufstellung zu folgen. Leider ist die Basis und die Spitze in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts immer mehr geschrumpft. Mit dem überraschenden Sieg beim EC der Männer über 20km 2015 lernte man aber auch, diese Art von Erfolg und die Wirkung sowohl auf Athleten als auch nach außen zu wertschätzen. Die Kräfte, die solche Erfolge freisetzen, sind nicht meßbar. Für unsere ehemaligen “Jungen Wilden” war es ein Meilenstein, vielleicht der Gesellenbrief? Wenn man mehr will, sollte man nun im Berufsleben daran gehen, seinen MEISTERBRIEF zu machen. Wir sind gespannt.

In Rom setzten die Deutschen auf die 20km der Männer und die 10km der jungen Frauen im Team! Und richtigerweise wurden Die 4. bzw. 3. Positionen als “Ersatz” nominiert. Hoffentlich stehen sie auch am Start? Für ein gutes Teamergebnis enorm wichtig. Daumen drücken üben! Für die Nominierten aus Potsdam, Berlin und einem Athleten aus der Schwarzwaldregion! Das zeigt schon, wie schmal die Basis für Spitzenleistungen aktuell ist. Mit dem Entscheid “Pro Team´s”, wenigstens zwei, ist vielleicht ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung getan?

Auch eine Woche vor dem wichtigen Weltcup der Geher in Rom gibt es Wettkampfberichte aus vielen Ländern Europas. Birstonas hat sich für die EUROPA-Challenge beworben und gehört 2016 zu den drei bestätigten Austragungsorten Litauens! Respekt. Auch auf welchem Niveau dort Nachwuchs entwickelt wird.

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